Der Marshall-Plan – Inhaltsangabe und Einordnung in den historischen Kontext

Aus Anlass des Bedarfs lebenswichtiger Produkte und der Sicherung der politischen Stabilität in Europa hielt George C. Marshall am 5. Juni 1947 eine Rede an der Harvarduniversität vor StudentInnen, Universitätaangestellten und der politischen Öffentlichkeit, die durch die Rundfunkübertragung erzeugt wurde. Thema der Rede ist das nach Marshall benannte europäische Hilfsprogramm der USA.

In seiner Rede bringt Marshall das Problem hervor, dass der Bedarf Europas an Lebensmitteln und anderen lebenswichtigen Produkten in den Folgejahren über seine Zahlungsfähigkeit hinausgeht und ohne Hilfe einer Krise gegenübersteht.
Er zeigt auf, dass die Hilfe der USA eine Lösung dieses Problems sein könnte unter der Bedingung, dass die zu unterstützende Regierung „die Aufgabe des Wiederaufbaus bereitwillig unterstützt“. Die Initiative solle von Europa ausgehen und möglichst alle europäischen Nationen sollten dem Plan zustimmen, fügt er hinzu.

Historisch ist die Rede in die Zeit des Wiederaufbaus Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg einzuordnen.
Im Juni 1945 übernehmen die Alliierten die Vormacht im besiegten Deutschland. Großbritannien, die USA, Frankreich und die Sowjetunion einigen sich als Siegermächte auf der Potsdamer Konferenz zu Grundsätzen zur Behandlung Deutschlands: Demokratisierung, Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Dezentralisierung, Dekartellisierung lauten die Forderungen.
Die USA versucht vorerst, das neue Deutschland nieder zuhalten, jedoch wandelt sich die Besatzungspolitik maßgeblich durch die Konflikte mit der Sowjetunion und der Tatsache, dass Deutschland unter Versorgungsmangel leidet. Deutschland soll keinesfalls einer ausländischen Diktatur unterworfen werden. Amerika will durch den Marshall-Plan insbesondere die Länder durch Warenkredite unterstützen, die durch den Krieg sehr stark geschädigt wurden. Dass die USA wirtschaftliche Interessen verfolgt ist nicht auszuschließen, da das Land durch den Krieg geschwächt ist und in Europa einen Absatzmarkt sieht. Auch wird von den Amerikanern eine zweite, verlustreiche Weltwirtschaftskrise sowie eine politische Radikalisierung wie nach dem Ersten Weltkrieg befürchtet.

Der Marshall-Plan
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