Inhalt:

– Inflation
– Ruhrbesetzung
– Weltwirtschaftskrise
–> Ursachen
–> Verlauf: Situation in Deutschland + USA
–> Maßnahmen, Lösungsversuche, Folgen

Inflation


– Hyperinflation im Jahr 1923
– Ursachen:
–> Finanzierung des WWI und
–> Reparationszahlung
–> Bezahlung von Kriegsanleihen
–> Arbeitslosigkeit und Schutzzölle
–> Ruhrkampf
– Maßnahme: übermäßiger Neudruck der Papiermark (nicht mit Goldbeständen gedeckt)

Verlierer: auf Geld angewiesen (Goldmark = Papiermark) und langsam anpassende Geldeinkünfte
Gewinner: in Sachwerte angelegt (Immobilien, Unternehmen etc.)
Lösung: November 1923: Entwertung der Papiermark und Einsetzen der Reichsmark
Folgen: Verschlechterung der inneren Situation, Förderung radikaler Parteien

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Ruhrkampf


– Höhepunkt eines politisch-militärischen Konfliktes im Ruhrgebiet zw. Deutschland und den belgisch-französischen Besatzungstruppen

Der Weg zur Besetzung:
– der franz. Außenminister Poincare bestand auf kompromissloser Einhaltung der Reparationszahlungen und übte Druck auf D aus
– schickte dabei Truppen in unbesetzte Gebiete Kontrolle wichtiger Städte im Ruhrgebiet
– 5. Mai 1921: Londoner Ultimatum (Zahlungsplan für 132 Milliarden Goldmark)
– 09.01.1923: Reparationskommission behauptet Deutschland halte absichtlich Zahlungen zurück, heuchle wirtschaftl. Schwäche vor
–> 16.01.1923: Frankreich marschiert in Ruhrgebiet ein

Die Besetzung:
– Reichsregierung unter Kanzler Wilhelm Cuno ruft Bevölkerung zum „passiven Widerstand“ auf
–> Betriebe verweigern Frankreich den Gehorsam
–> Freikorpsmitglieder und Kommunisten sabotieren und üben Anschläge gegen die Besatzungstruppen aus
– Staat übernimmt die Löhne von 2 Mio. Arbeitern ( mehr Geld wurde gedruckt)

Das Ende der Besetzung und ihre Folgen:
– 26.09.1923: neuer Reichskanzler Gustav Stresemann bricht passiven Widerstand wegen zu großer Belastung des Reichshaushaltes
– wirtschaftl. Schaden: 4-5 Milliarden Reichsmark
– Druck von USA & GB auf F F stimmt 1923/24 MICUM-Abkommen (regelt Kontrolle des Ruhrgebietes durch franz. Besatzungstruppen) zu

Weltwirtschaftskrise


Was ist Weltwirtschaftskrise?
– 1929 einsetzender schwerer volkswirtschaftlicher Einbruch in allen Industrienationen
Hyperdeflation (starkes Absinken des Preisniveaus)

Ursachen:
– WWI: USA, Südamerika steigern Produktion, um Nachfrage Europas zu befriedigen
–> 1918 Europa nimmt Produktion wieder auf Überproduktion
–> weltweiter Verfall der Agrar- und Rohstoffpreise
– Börsencrash an New Yorker Börse (Oktober 1929)
– folgte durch Überproduktion und kreditfinanzierter Massenspekulation
– nach WWI entstand in USA Bedarf an modernen Industriegütern (Autos Kühlschränke…) Überproduktion davon gesättigter Bedarf Probleme für Industrie
– Überbewertung des Aktienmarktes panisches Abstoßen von leicht sinkenden Aktien Kurse sinken beschleunigt weiter (25.10.1929 Schwarzer Freitag)
– USA erhöht Zölle (Smoot-Hawley-Tarif 1930) andere Länder folgen
–> Dämpfung des Welthandels
– Dtl.: Importpreise betrugen das Zweieinhalbfache der Weltpreise
– Wegfall amerik. Nachfrage auf Weltmarkt Weltmarktpreise sinken

Verlauf:
– kein global gleichzeitiges Phänomen
– setzt in verschiedenen Staaten zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlicher Stärke mit unterschiedlichen Symptomen ein
– Beispiele:

Situation in Deutschland:
– bis 1930 kein Unterschied zu den Jahren zuvor
– erste steigende Arbeitslosenzahlen wurden auf saisonbedingte Schwankungen zurückgeführt (September 1929: 1,4 Mio. Arbeitslose; Februar 1930: 3,5 Mio.)
– Reichsregierung und -bank hofften auf Selbstheilung
– Ende 1930: 5 Mio. Arbeitslose weltweiter Spitzenreiter
– erst 1931 wurde man sich der Krise bewusst, da Arbeitslosenzahlen immer weiter stiegen
– Lohnniveau sank
– öffentl. Gehälter sanken um 25%; radikale Kürzung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe
– Februar 1932. 16,3% der dt. Bevölkerung war Arbeitslos
– nicht gezählt: Unmengen von schlecht bezahlten Angestellten

– Bankenkrise:
– Kredite zw. 1925 u. 1929:
–> Ausland Deutschland 21 Mrd. RM
–> Deutschland Ausland 7,7 Mrd. RM
– kurzfristige Kredite, aber oft verlängert
–> bei Vertrauensverlust keine Verlängerung (Zahlung in 3 Monaten)
–> Devisenmangel + Illiquidität
– Juni 1931: Brüning erklärt Reparationen für „unerträglich“
–> deutet auf Zahlungsunfähigkeit Dtl.s hin
–> Abzug von Devisen (mehrere Mrd. RM) (auch wegen Machtzunahme der NSDAP)
–> eine Berliner Großbank illiquide (Juli)
–> Ansturm der Bevölkerung –> 13. Juli Zahlungen eingestellt
– Schließung der Banken und der Börse
– Reichsbankpräsident Hans Luther versucht Devisenabfluss zu stoppen
–> bewirkt inländische Kreditverteuerung und -verknappung
–> Banknotenumlauf: 1929, 5 Mrd. RM; 1932, 3,5 Mrd. RM

Situation in USA:
– Auswirkungen besonders für Farmer katastrophal
– Erzeugerpreise fielen von 1929 bis 1933 um 50%
– –> Zehntausende Farmer konnten Hypotheken nicht mehr bezahlen
– landwirtschaftl. Produktion stieg um 6 % (Umstellung auf Pachtverträge und mechanisierte Bearbeitung größerer Einheiten)
– verzweifelte Landarbeiter flüchteten nach Westen
– suchten dort ein Auskommen unter menschenunwürdigen Bedingungen

Ausnahme:
– Japan: japanische Volkswirtschaft stieg von 1929 bis 1933 um 6%

Lösungsversuche:
– Amerika: ab 1933 „New Deal“ durch Franklin D. Roosevelt
–>z.B. deficit spending (öffentliche Investitionen durch Schuldenaufnahme)
–> Börsenüberwachung
–> Mindestpreise (Agrar)
–> viele andere Maßnahmen
– Deutschland: Brünings Deflationspolitik
–> hoffte, Export zu beleben (für Devisenreserven)
–> mehr Arbeitsplätze
–> versuchte Ausgaben und Staatsetat den sinkenden Preisen und fallenden Steuereinnamen anzupassen
–> dadurch sanken Preise und Steuereinnahmen nur weiter
NSDAP: Programm mit massiver Kreditausweitung und Arbeitsbeschaffung
–> erneutes Ankurbeln der Kriegsindustrie

Inflation, Ruhrbesetzung, Weltwirtschaftskrise
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