20. Juli 1944
GFS von Joshua Miethke

Gliederung:
1.Einleitung
2.Beteiligte Personen
3.Operation Walküre
4.Fazit
5.Schlusszitat
6.Quellen

Einleitung/Allgemeines:

Der 20. Juli 1944 ist ein Datum, das es in die Geschichtsbücher geschafft, an diesem Tag wurde ein Attentat auf den „Führer“ Adolf Hitler verübt. Die Attentäter waren keine Untergrundkämpfer oder Kommunisten sondern führende Militärs. Wie kam es dazu, dass sich ehemals regimetreue militärische Befehlshaber gegen das diktatorische NS-Regime stellten?Nach den anfänglichen Erfolgen der Wehrmacht, führte die Katastrophe von Stalingrad (1942/1943) zu einer Wende im Kriegsverlauf. Schon damals war für viele Offiziere eine Niederlage absehbar und der Glaube an den Endsieg schwand. Widerstand gegen den Nationalsozialismus gab es von Anfang an, aber er blieb stets eine isolierte Minderheit in der überwältigenden Mehrheit der mehr oder weniger fanatischen, zumindest loyalen Regimeanhänger. Opposition war in allen gesellschaftlichen Gruppen und politischen Überzeugungen anzutreffen, konnte sich jedoch wegen der brutalen Unterdrückung jeglicher Kritik durch den NS-Terror nur im Geheimen, also konspirativ, artikulieren. Zudem hingen ihre Aktionsmöglichkeiten von den jeweiligen Zeitumständen ab. Solange Hitler mit seiner expansionistisch-aggressiven Politik Erfolge erzielte, hatten seine Gegner kaum eine Chance, den Umsturz zu erreichen. Erst die militärischen Niederlagen im Verlauf des Krieges und das Bekanntwerden von im deutschen Namen begangenen Verbrechen gaben in der Wehrmacht bei einer größeren Zahl von Offizieren den Anstoß, sich dem aktiven Widerstand anzuschließen.

Beteiligte Personen:

An den Attentat und darauf folgendem Umsturzversuch warne über 200 Personen beteiligt. Ein Großteil der Beteiligten stand den NS-Regime zu beginn sehr positiv gegenüber oder waren selbst Nazis. Der Entschluss in den Widerstand zu gehen reifte bei Vielen über einen längeren Zeitraum. So waren z.b. die von der Waffen-SS verübten Massenmorde oder die Deportation jüdischer Mitbürger ein Grund dafür. Hier nun drei davon.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg: Claus Schenk Graf von Stauffenberg wird am 15. November 1907 als Sohn des Oberhofmarschalls Alfred Stauffenberg und dessen Ehefrau Caroline in Jettingen geboren. Stauffenberg war schon in seiner Jugend deutschnational gesinnt. Er begrüßte außerdem den Machtantritt Adolf Hitlers, da er an dessen Propagierung der nationalen Wiedergeburt glaubte. Ein glühender Anhänger Hitlers war er jedoch nicht, er bewegte sich in einem Grenzbereich zwischen Zustimmung und Einzelkritik. Sicher ist aber das er etwas von der Tötung der Juden wusste. Dies war unter anderem ein Grund für ihn sich von Hitler ab bzw. gegen ihn zu wenden. 1943 wird er nach Tunesien versetzt, wird dort bei einem Tieffliegerangriff verwundet und verliert sein rechtes Auge, sowie die gesamte rechte Hand und zwei Finger der linken Hand. Graf von Stauffenberg wird nach seiner Genesung dem allg. Heeresamt in Berlin unterstellt und arbeitet dort mit General Friedrich Olbricht, Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Henning von Tresckow an den Umsturzplänen. Am 1. Juli wird er Stabschef beim Befehlshaber des Ersatzheeres und erhält damit das Recht zum direkten Vortrag bei Hitler, und somit auch Zugang zu den Lagebesprechungen in den Führerhauptquartieren. Dies öffnet ihm die Türen zu einem Attentat auf Hitler. Als der Umsturzversuch dann am Abend gescheitert ist wird er auf Befehl von Generaloberst Fromm mit seinen engsten Mitstreitern, noch am 20. Juli im Hof des Bendlerblocks hingerichtet.

Henning von Tresckow: Geboren am 10. Januar 1901, begrüßte er zunächst die Machtergreifung Hitlers als Erlösung aus einem unerträglichen Dilemma. Aufgerüttelt wurde er dann 1934 als er zuerst an einen SA-Putsch glaubte, bald aber die Wahrheit über die Mordaktionen an den Generälen von Schleicher und von Bredow . Für ihn war es ungeheuerlich, dass ein Reichskanzler, sich vom Reichstag Morde für rechtens erklären ließ. Nach einem Gespräch mit Erwin von Witzleben, im Jahr 1938, beginnt der Kontakt mit einer Widerstandsgruppe die damals schon den Tod Hitlers wollen. Ab 1941 versuchte Tresckow verschieden Generäle in den Widerstand zu bringen. Von 1942 an plant er verschieden Attentate auf Hitler, die allesamt scheitern oder nicht ausgeführt werden. Im Juli 1943 wird er dann nach Russland an die Front versetzt, was die Wiederstandarbeit erschwert. Am 21. Juli begeht er, nachdem er von dem Scheitern des Attentats erfährt Selbstmord.

Ludwig Beck: Geboren am 29. Juni 1880, konnte sich zumindest in den frühen Jahren des Nationalsozialismus noch mit den nationalen Aspekten der NS-Ideologie identifizieren. Auch er sah in den Nationalsozialisten eine neue Hoffnung für Deutschland, er verachtete, wie viele Wehrmachtoffiziere die Weimarer Republik und damit auch die Demokratie. Er verlor sein vertrauen in Hitler als er von dessen kriminellen Methoden gegen die SA-Führer erfuhr. Beschämt äußerte er im Sommer 1934 Kritik an der brutalen und unmenschlichen Behandlung der Juden, da schon viele berühmte Wissenschaftler und Künstler in das Ausland emigrierten. Nach der Blomberg-Fritsch Krise war er noch nicht bereit mit Waffengewalt gegen das Regime vorzugehen.
Am 18. August 1938 trat Beck, aufgrund der Risikopolitik Hitlers, von seinem Amt als General der Artillerie zurück. Becks Widerstand in den Jahren 1939 und 1940 war die konsequente Fortführung seiner Bemühungen als Generalstabschef, den Krieg mit legalen Mitteln zu verhindern, bzw. zu beenden. Aufgrund der erfolge Hitlers in den ersten Jahren kam der Widerstand fast zum erliegen. Doch mit dem Einmarsch in die Sowjetunion blühte er wieder auf. Beck war nun DIE Zentrale des Widerstandes. Nach der Verhaftung durch Fromm, bekam er die Gelegenheit zum Suizid, nach dem dieser jedoch zweimal fehlschlug wurde von einem Feldwebel erschossen.

Operation Walküre:

Der erste Schritt sollte die Ermordung Hitlers durch ein Attentat sein. Mit dieser Tat erhoffte man sich, innere Unruhen in Berlin vortäuschen zu können, wodurch man dann eine Art Ausnahmezustand hätte ausrufen können.
Im nächsten Schritt sollten die Ersatzeinheiten des Militärs, dessen alleinige Befehlsmacht man sich zuvor bemächtigt hätte, in Berlin einmarschieren, damit diese die vorgetäuschten inneren Unruhen unter Kontrolle bringen sollten. Um den Reaktionen der Nazis auf diese Maßnahmen entgegen zu wirken, sollte das Militär vor allem nationalsozialistische Machtzentralen (Polizei, NSDAP-Gebäude etc.) besetzen und diese von den Geschehnissen isolieren. Zu diesen nationalsozialistischen Machtzentralen gehörte auch der Rundfunk, dessen wichtigste Einrichtungen in Berlin waren. Durch die Kontrolle des Rundfunks sollte das zu schnelle Publik -werden des Attentats durch das Reichspropagandaministerium verhindert werden.
Zu den nächsten Schritten wollte man erst kommen, wenn der Umsturzversuch, der schwerpunktmäßig in Berlin stattfand, zu einigermaßen stabilen innenpolitischen Verhältnissen geführt habe und man eine schlagkräftige Befehlsstruktur geschaffen hatte. Nachdem das alles geschafft sei, wollte man so schnell, wie möglich in Kontakt zu den Westalliierten treten, um mit diesen über einen für Deutschland glimpflichen Frieden zu verhandeln.
Anhand dieses Planes kann man erkennen, dass es sich bei dem Attentat vom 20. Juli 1944 nicht um eine Nacht- und Nebelaktion handelte, sondern, dass hinter diesem Versuch, Hitler zu töten, mehrere Monate der Vorbereitungen und der Logistik stecken.
Ablauf:
Am 20. Juli 1944 war dann der richtige Zeitpunkt gekommen, an dem der Staatsstreich gestartet werden sollte. Mit zwei, in eine Aktentasche gepackten Bomben fliegen Stauffenberg und sein mit verschworener Adjutant, Oberleutnant Werner von Haeften, am Morgen zur sogenannten ,,Wolfsschanze”, dem Führerhauptquartier in Ostpreußen, um dort an einer Lagebesprechung, bei der auch Hitler anwesend ist, teilzunehmen. Währenddessen versammelt sich ein Teil der Verschworenen im Bendlerblock in Berlin, um den Startschuss für Operation ,,Walküre” zu geben, und der andere Teil hält sich in den wichtigen Ministerien auf und wartet auf die Befehle aus dem Bendlerblock. Es gelingt Stauffenberg unmittelbar vor der Besprechung die Bombe unter einem Tisch zu verstecken. Aufgrund technischer Probleme kann er jedoch nur einen Zeitzünder der beiden Bomben entschärfen.
Kurz vor Detonation der Bombe gibt Stauffenberg vor ein wichtiges Telefongespräch führen zu müssen und verlässt den Besprechungssaal. Um 12:42 Uhr detoniert die Bombe. Drei Leute werden durch die Bombe getötet und mehrere werden schwer verletzt. Hitler selbst überlebt das Attentat leicht verletzt. Es heißt die Beschaffenheit des Raumes (mit Holz verkleidet), die glückliche Position Hitlers bei der Detonation der Bombe und die zu schwache Durchschlagskraft der Bombe haben Hitler vor dem Tod bewahrt.
Stauffenberg und von Haeften, die die Detonation beobachtet hatten, gingen von einer gelungenen Tat (Tod Hitlers) aus und verschwanden kurze Zeit später, um mit dem Flieger nach Berlin zum Bendler-Block zurück zufliegen. In Berlin kommt jedoch alles anders, als geplant. Die ,,Walküre”-Befehle, die eigentlich direkt nach dem Attentat erfolgen sollten, werden erst mit drei Stunden Verspätung um 15:50 Uhr ausgegeben. Grund für diese Verzögerung ist die Ungewissheit der Verschwörer, ob das Attentat erfolgreich war oder ob es fehlgeschlagen war. Als der Vorgesetzte von Olbricht Generaloberst Fromm sich bei der ,,Wolfsschanze” über die Lage des Geschehens erkundigt und erfährt, dass Hitler nicht getötet wurde, stellt er sich gegen die Verschwörer und verbietet ihnen die Fortführung des ,,Walküre”-Plans.
Da Fromm sich gegen die Fortsetzung der Aktion widersetzt, lässt Olbricht diesen verhaften. Gegen 17:00 Uhr trifft Stauffenberg im Bendler-Block ein und leitet zusammen mit den anderen Verschwörern die Aktion energisch weiter. Fernschriftlich und telefonisch versuchen die Verschwörer – weiterhin unter Berufung auf Hitlers Tod- , die Befehle zu erteilen und die Operationen des ,,Walküre”-Plans zu lenken.
Bis 18:30 Uhr sieht es so aus als würden die geplanten militärischen Aktionen funktionieren, doch durch die Vermittlung Goebbels, der schon früh von Hitler vom Attentat erfährt, wendet sich das Blatt für die Verschwörer. Per Telefon gelingt es Hitler wieder die Macht über das Militär im Innern zu haben und die militärischen Aktionen in Berlin zu stoppen. Hinzu kommt, dass es den Verschwörern nicht gelingt, den Rundfunk unter ihre Kontrolle zu bringen, was zur Folge hat, dass das Überleben des Führers überall im Reich verkündet wird. Ab 22:00 Uhr gewinnen schließlich Hitler-treue Offiziere im Bendler-Block selbst die Oberhand und befreien den Generaloberst Fromm. Dieser verurteilt Olbricht, Albrecht Ritter Merz von Quirnheim, Stauffenberg und Haeften zum Tode und lässt sie kurz nach Mitternacht im Innenhof des Bendler-Blocks erschießen.

Fazit:

Die Männer des 20. Juli 1944 werden heute als Helden gefeiert, doch lange Zeit wurden Graf Stauffenberg und seine Mitstreiter von einem Großteil der dt. Bevölkerung (auch von denen die keine Nazis waren) als Verräter gesehen. Selbst die Alliierten sahen sie als Verräter, außerdem stellten sie die Verschwörer auf eine Stufe mit Hitler und seiner Regierung (Winston Churchill am 2. August 1944 vor dem Parlament), da der Verschwörerkreis damals auf den militärischen Widerstand reduziert wurde und der Zivile voll kommend außer Acht gelassen wurde. Eine damals häufig in den englischen Zeitungen geäußerte Vermutung war, dass durch den Anschlag, ähnlich wie beim Röhm-Putsch, NS-Eliten an die Führung kommen wollten, manchmal wurde auch vermutet, dass der Anschlag von den Nazis selbst inszeniert wurde, um ihre Popularität zu steigern.

Schlusszitat:

„Wenn Gott einst Abraham verheißen hat, er werde Sodom nicht verderben, wenn auch nur zehn Gerechte darin seien, so hoffe ich, daß Gott auch Deutschland unsertwillen nicht vernichten wird.“ (Henning von Tresckow in den frühen Morgenstunden des 21. Juli 1944

Quellen:

Dr. Eberhard von Hofacker über den 20. Juli 1944
Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit in Bayern
Internetpräsenz d. Deutschen Historischen Museum
Faz – Artikel – Der stille Attentäter
Hamburger Abendblatt – Mein Vater, der Attentäter
20. Juli – Portrait des Widerstandes v. Rudolf Hill/Heinrich Oberreuter
Eine Frage der Ehre – Stauffenberg und das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 – Graf v. Krockow
Der 20. Juli 1944 Bewertung u. Rezeption des dt. Wiederstandes gegen das NS-Regime

20.Juli 1944 Stauffenberg Attentat
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