Rezension
Gibt es geschlechtsspezifische Kommunikationsstile?
Der Artikel „Gibt es geschlechtsspezifische Kommunikationsstile?“, welcher von Dr. Andrea Viktoria Lang verfasst wurde, erschien erstmals in der österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie-Erfahrene kurz ÖGPE.
Dr. Anderea Viktoria Lang arbeitet als Klinische und Gesundheits-Psychologin und als Psychotherapeutin. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Diskriminierung zu verringern oder auch Autonomie zu fördern.
Der Artikel besteht aus fünf Seiten. Er kann kostenlos auf der ÖGPE Website nachgelesen werden.
Der Artikel erörtert die Existenz von unterschiedlichen Kommunikationsstillen zwischen Mann und Frau. In der Einleitung nennt Dr. Lang die offensichtlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Sie leitet des Weiteren die Aufgabenteilung zwischen Mann und Frau her, indem Sie sich auf Skelettfunde vor etwa 100.000 Jahren und den Körperbau des damals lebenden „Homo sapiens“ bezieht.
Es folgt eine Erklärung der Emanzipationsbewegung des 20 Jahrhunderts und eine ausführliche Erläuterung über die Unterdrückung der Frauen und beschreibt die Ansprüche der modernen Frau. Auch wenn dieser Textabschnitt interessante Fakten über die geschichtliche Entwicklung der Frau liefert, entsteht kein Bezug zu dem geschlechtsspezifischen Kommunikationsstil und auch im restlichen Text bezieht sich kein Abschnitt auf diese Textstelle.
Der weitere Text ist mit Kapiteln und Unterkapiteln strukturiert, was ihn übersichtlich gestaltet.
Die Unterkapitel folgen ein und dem gleichen System: Geschichtlicher Hintergrund, Theorien, Zitate, Bezüge auf Stangl, Duden, Mullac und weitere, danach Ihre eigene Aussage, wobei die weibliche Seite zuerst betrachtet wird. Was auch zu meinem nächsten Punkt überleitet.
Der Text erscheint besonders bei Ihren eigenen Aussagen feministisch und männerfeindlich, Sie betont die „Unterjochung der Frau“ und „Widerstand des Mannes“ sowie „Ansprüche der modernen Frau“, zeigt aber auch leichtes Verständnis für die männliche Seite.
In Richtung Ende bezieht sich Dr.Lang auf Zitate und Aussagen anderer Schriftsteller wie zum Beispiel Günter aus dem Jahre 1997.
Der Text ist ordentlich und übersichtlich gegliedert aber sehr einseitig geschrieben, was bei einem Sachtext nicht vorkommen sollte. Manche Fachbegriffe werden gut und nachvollziehbar erklärt andere hingegen gar nicht. Ebenso redet Dr.Lang von „Bisherige Forschungsergebnisse…“, „Untersuchungen belegen…“ und von „Wie Forschungen zeigen…“. Wessen Forschungen, was für Forschungen und von wo diese Informationen stammen, darf der Leser sich selbst ausdenken. Diese schwammige Angabe von Quellen bzw. von Beweisen dieser Forschungen vernichtet den eigentlichen Sinn solcher Untermauerungen. Ich würde soweit gehen solche Aussagen als Täuschungsversuch aufzufassen, was drauf hinweist, dass es keine Beweise oder Bestätigungen für Dr.Langs Aussagen gibt und Sie versucht den Leser mit imaginieren Forschungen und Theorien zu täuschen.

Der finale Abschnitt Dr.Langs Artikel verwirrt den Leser durch Fachbegriffe die nicht erklärt werden sowie durch eine schwierige Satzstellung, die grammatikalisch zwar korrekt seine mag, aber den Leser ungewohnt vorkommt. Doch dass am meisten Verwirrende an dem ganzen Abschnitt ist seine Verbindung zum Text: Beim Lesen dieses Abschnittes kommt es vor, man hätte einen anderen Text vor Augen, denn der Abschnitt besitzt keinen Bezug auf den restlichen Artikel.
Der finale Abschnitt an sich ist ein Paradoxon, er erfüllt nicht die eigentliche Absicht eines solchen – Das Wichtigste zusammenzufassen und eine Antwort auf die Frage zu geben, die in dem Artikel erörtert wurde. Stattdessen verwirrt der Abschnitt den Leser und wirft noch mehr Fragen auf. Man könnte meinen Dr.Lang versucht den Leser zum Nachdenken anzuregen und sich eine eigene Meinung über die geschlechtsspezifischen Kommunikationsstile zu bilden. Doch die Fragen, die der finale Anschnitt aufwirft sind eher: „Was meint Dr.Lang mit einer demografischen Hinkunft?“ oder auch „ Wie hängt das mit dem restlichen Artikel zusammen?“ und diese Art von Fragen lenken mehr von einer Meinungsbildung ab und führen zur Verwirrung des Lesers.

Abschließend kann ich sagen, dass der Text nur eine einseitige Betrachtung der These bietet und dadurch einen subjektiven Text darstellt, obwohl Dr.Lang mit allen Mittel versucht einen objektiven Text nachzuahmen, indem Sie von vermeidlichen Forschungsergebnissen spricht. Als solcher eignet sich der Text nicht als Quelle für Zitate oder Bezüge.

(Der Text wurde für Seminarfach geschrieben und mit 15 NotenPunkten bewertet)

Rezension “Gibt es Geschlechtsspezifische Komunikationsstile?” von Dr.Andrea Lang
Wissen verdoppelt sich, wenn man es teilt.
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