Der autobiographische Roman „No Exit“, geschrieben von Daniel Grey Marshall, handelt vom Schicksal des 15-Jährigen James Evan Drake, seiner Schwester Mandy Drake und seinen Freunden Philly und Jeremy. Das Buch wurde erstmals in englischer Sprache unter dem Titel „Still can’t see nothin’ comin“ im Jahre 2001 veröffentlicht. Die in deutscher Sprache von Frederike Levin übersetzte Version wurde 2003 veröffentlicht. Ein wichtiges Thema im Buch ist die häusliche Gewalt, die Jim und Mandy von deren Vater erfahren müssen. Ein anderes wichtiges Thema ist der sexuelle Missbrauch durch den Vater und der daraus folgende Selbstmord der Schwester.

Die These, welche ich im Folgenden erörtern werde ist die, inwiefern Mandy es Jim in vielerlei Weise gesagt hatte und ihre Tat angekündigt hat.

Das erste Argument, welches zeigt, dass Mandy ihrem Bruder Anzeichen zu ihrem Plan gibt, ist die Nacht als sie sich nach dem Prügel vom Vater an ihren Fenstern desr Zimmer unterhalten. Es wird sehr deutlich, dass Mandy sich Gedanken macht, wie die zwei Brüder ohne sie auskommen werden und versucht sie darauf vorzubereiten. Zuerst lässt sie sich von Jim versprechen, dass er sie niemals alleine lassen wird. Dann sagt sie etwas, dass Jim zum Nachdenken bewegt: „Pass auf Billy auf, okay?“ Jim versteht nicht was sie meint und meint Mandy möchte abhauen. Sie antwortet nur mit: „Nein. Nur…lass nicht zu, dass Dad ihn versaut, okay?“ Jim bemerkt, dass dieses Versprechen Mandy sehr wichtig ist, denn er bemerkt wie ihre Augen ihn anflehten. Er stimmt dem Versprechen zu. Als Mandy seine Frage, ob sie abhauen will mit nein beantwortet, gibt es nicht mehr viele andere Beweggründe, weswegen sie so etwas fragen würde. (S.46)

Ein weiteres Argument, welches zeigt, dass Mandy ihrem Bruder davon etwas gesagt hat, ist als Leslie Jim das Bild des Vaters, als kleinen Jungen bei der Beerdigung seiner Mutter, zeigt. Bei dieser Szene wird klar, wie viel Hass Mandy gegenüber ihrem Vater empfindet, als sie in die Garage hereinkommt und sieht, wie Jim das Foto in der Hand hält. Sie meint nur, dieses Bild wäre der einzige Grund ihren Vater nicht umzubringen. Als Jim sie fragt, weswegen er das Bild nie vorher sehen durfte antwortet sie mit: „Ich wollte nicht, dass du auf die Mitleidsnummer reinfällst. Ich hab gehofft, du würdest ihn vielleicht umbringen.“ Das Mandy ihren Bruder indirekt dazu auffordert den Vater zu töten zeigt, wie tief die familiäre Beziehung zwischen Vater und Tochter angelangt ist. Jeder der Geschwister inklusive der Mutter hassen den Vater, aber keiner würde jemals den Plan entwerfen ihn zu töten. Hätte Jim in dieser Situation tiefer nachgefragt, weswegen Mandy ihn töten will, hätte er den Grund ihres Selbstmords womöglich erfahren und hätte vor ihrem Tod handeln können. (S.103-104)

Das letzte Argument, welches beweist, dass Mandy ihren Selbstmordplan und den Grund davon Jim gesagt hat, ist an dem Tag ihres Todes. Jim ist es schon vorher bewusst geworden wie sehr Mandy sich in ihrem Verhalten geändert hat, wie sehr sie sich von der Außenwelt abschloss. Seit dem Ereignis mit Billy, als Jim ihn unter Einfluss von Alkohol ungewollt hart gegen die Wand stieß und jeder dachte, dass Jim seinen Bruder schlug, spricht Mandy auch kaum mehr mit Jim. Seine Freundin Leslie will die Beziehung zwischen den beiden verbessern und Mandy aufmuntern, denn jeder der Freunde hat bemerkt, dass Mandy sich verändert hat und nicht mehr lacht. Sie schlägt vor gemeinsam zur Eisenbahnbrücke zu gehen um Spaß zu haben mit Verstecken spielen und auch damit Mandy wieder weiß wie Lachen geht. Als Leslie sie fragt, ob sie noch weiß wie Lachen geht fängt Mandy sofort an zu weinen und wird defensiv als Leslie sie fragt, ob sie mit den Freunden Spaß haben will und sagt: „( …) Nichts macht mehr Spaß und dein blödes Spiel macht keinen Sinn. Spielt ohne mich.“… „Ich bin sicher , das macht keinen Unterschied. Scheiß drauf, macht alles ohne mich. Ich schulde euch gar nichts, keinem von euch.“ Spätestens da hätte jeder der Freunde nachfragen können, was der Grund dafür ist, dass es ihr so schlecht geht und sie hätten vielleicht den wahren Anlass für ihre Verhaltensänderung erfahren.

Im Laufe der Monate hat Mandy öfters angedeutet was passierte. Diese hätten Jim normalerweise alarmieren müssen und ihn dazu veranlasst nachzufragen. Denn er konnte erkennen, dass etwas vor sich ging, handelte jedoch nicht. Zumal hatte er selbst zu viele Probleme mit Alkoholkonsum und Familie, dass er selber nicht klar denken konnte, wie er am besten handeln sollte. Er macht sich zu unrecht Vorwürfe, denn er hätte nachfragen können um eventuell die Wahrheit zu erfahren, jedoch mit all seinen Problem in seinem eigenen Leben hatte er schon zu viele Dinge, um die er sich Sorgen machen musste, somit konnte er nicht klar handeln.

No Exit- Daniel Grey Marshall- Literarische Erörterung
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