1.Einführung
Die vielseitige Musik des Barocks zu erforschen ist heute eines der größten Ziele von Musikwissenschaftlern. Instrumentenbauer bauen alte Instrumente wie die Traversflöte oder die Barockvioline nach, um deren Klangeingenschaften zu entdecken. Einrichtungen wie das Staatliche Institut für Musikforschung beschäftigen sich mit versteckter Zahlensymbolik in den Werken vieler Barockkomponisten.
Doch was ist so faszinierend an dieser musikalischen Epoche?
Die Barockmusik ist für die damalige Zeit revolutionär. So wurden beispielsweise die Kirchentonarten von den Dur-/Moll-Tonarten abgelöst. Im Frühbarock entstand zudem eine neue Musikform: Die Oper. Der starke Glaube an Gott machte sich auch versteckt in der Musik bemerkbar: In Kirchenmusik wurde häufig als Hinweis auf das Kreuz Christi in die Noten ein Kreuz (#) eingebaut. Im Hochbarock und auch im Spätbarock war der Generalbass (basso continuo) für die Musik prägend. Dieser Generalbass war der Orientierungspunkt für alle Musiker eines Ensembles. Der Dirigent legte fest, wer diese Stimme spielen sollte. Meist wurde der Generalbass vom Cembalo (einer Art Klavier) übernommen. Die anderen Musiker spielten entweder die Harmonien des Generalbasses oder waren Solisten. Beliebte Soloinstrumente waren die Traversflöte (Vorläufer der Querflöte) oder die Blockflöte.
Die Musik des Barock diente zur Gestaltung von Gottesdiensten oder Feiern. Sie wurde aber auch benutzt, um Macht zu demonstrieren. Große Schlösser unterhielten eigene Orchester, aber auch Klöster hatten große Chöre und Ensembles.
Neben der Oper gab es noch andere Musikformen im Barock, wie z.B. die Fuge oder das „concerto grosso“. Auch das Solokonzert entstand im Barock. Bei einem Solokonzert gibt es ein Soloinstrument, dass alleine die Melodieführung übernimmt. Bei dem sogenannten „concerto grosso“ gab es eine Solistengruppe, die sich entweder abwechselten oder getrennte Melodien spielten. Die Fuge ist eine Musikform, bei der zunächst nur eine Stimme meist unbegleitet die Melodie führt. Nach einigen Takten setzen dann weitere Stimmen ein, die die Melodie übernimmt. Die erste Stimme spielt währenddessen eine gegensätzliche Melodie als Begleitung.
Die Musik des Barock war zwar wie die Architektur oder der Kleidungsstil sehr pompös und „kitschig“, aber auch sehr emotional. Das Ziel der Barockkomponisten war es, menschliche Gefühle in Musik auszudrücken.

2. Barocke Musikinstrumente
a) Die Traversflöte
Die Traversflöte ist der Vorgänger der heutigen Querflöte. Sie bestand noch aus 4 Teilen und hatte nur eine Fußklappe. Die Traversflöte bestand meist aus Buchsbaum, Grenadillholz oder Elfenbein. Der Klang der Traversflöte ist weicher als der einer heutigen Querflöte. Meist spielte in einem Konzert der Flötist nicht nur Traversflöte, sondern auch Blockflöte. Oft wurde dies vom Komponist vorausgesetzt und stand dann nur als kleine Bemerkung in den Noten. Nach der barocken Traversflöte entstand im Laufe der Geschichte durch viele Veränderungen an der Mechanik, Klappentechnik und Bauweise die heutige Querflöte.

b) Das Cembalo
Das Cembalo war das Klavier des Barocks. Sehr oft wurde in Musikstücken die Stimme des „basso continuo“ vom Cembalo gespielt. Die Spieltechnik des Cembalo unterscheidet sich kaum zu der eines Klavieres. Allerdings werden die Saiten eines Cembalo nicht wie beim Klavier angeschlagen, sondern gezupft. Das verleiht dem Cembalo seinen besonderen Klang. Die Saiten des Cembalo waren auch schon im Barock aus Metall. Selten waren sie auch wie die der Streichinstrumente aus Darm. Das Cembalo wurde in vielen verschiedenen Größen gebaut. Ein kleines Cembalo wurde auch Spinett genannt, ein großes trug oft die Bezeichnung Kielflügel.

c) Die Barockvioline
Das am häufigsten verwendete Streichinstrument des Barock war die Barockvioline. Die Barockvioline ähnelt der heutigen Geige sehr, jedoch gibt es auch viele Unterschiede. Das Griffbrett der Barockvioline war deutlich kürzer als heute, und auch der Winkel zwischen Hals und Korpus der Geige war deutlich flacher. Oftmals waren die Barockviolinen reich verziert mit Schnitzereien. Die Barockgeige war etwas kleiner als die heutige Geige und hatte einen weicheren

Klang als heute. Die Saiten bestanden im Barock fast immer aus Darm, wodurch der Klang der Barockvioline ebenfalls weicher und lieblicher wurde.

3. Musik und Mathematik – Versteckte Zahlensymbolik im Barock
Viele Komponisten des Barocks bauten in ihre Musik Mathematik ein. Einer der Komponisten, über dessen Werke noch heute Musikwissenschaftler sitzen, ist Johann Sebastian Bach. Nummeriert man beispielsweise die Buchstaben des Alphabets und addiert die Zahlen von B-A-C-H, so kommt die Zahl 14 heraus. Schaut man sich nun das Siegel von Bach an, so stellt man fest das jeder Buchstabe mit einem Punkt beginnt oder endet. Alle Punktverzierungen addiert ergeben wiederum 14. Auf einem Ölgemälde von Elias Gottlob Haussmann wird Bach mit einer Jacke dargestellt. Die Jacke hat 14 Knöpfe. Zufall oder gewollte Symbolik? Ein weiteres Beispiel für Zahlensymbolik in der Barockmusik sind die „3 Sonaten und 3 Partiten für Violinsolo“, ebenfalls von Bach. Jeder Sonate folgt eine Partita. Die Tonartenpaare sind: G-Moll/H-Moll; A-Moll / D-Moll, C-Dur / E-Dur.
Nummeriert man nun die Intervalle, die zwischen den Grundtönen stehen und addiert diese, erhält man die Zahl 14. Multipliziert man die Zahlen, erhält man 144, was die Summe von Bachs Vornamenszahlen ist.
Ob ein höherer Sinn hinter dieser Zahlensymbolik steckt, weiß man bis heute nicht. Vielleicht sind es einfach nur Spielereien von Barockkomponisten, vielleicht ist es Zufall, man weiß es nicht. Trotzdem forschen bis heute viele Menschen in barocken Musikwerken nach Zahlensymbolik.

4. Die Familie Bach
Einer der bekanntesten Komponisten des Barock ist Johann Sebastian Bach.
Doch nicht nur er war Musiker, sondern auch viele seiner Familienmitglieder. Über 70 Mitglieder der bachschen Familie waren Musiker. Im Alter von 50 Jahren hat Bach einen Stammbaum angefertigt. Dort dokumentierte er Namen und Berufe seiner Vorfahren. Einige sollen hier kurz vorgestellt werden:
Vitus Bach, Ursprung der bachschen Familie
(floh von Ungarn nach Thüringen, um dort seinen Glauben frei auszuleben)

Johannes Bach, 1.Berufsmusiker der Familie (Orgel)
Johann Ambrosius Bach, Vater Johann Sebastian Bachs, Musiker in Eisenach
Johann Sebastian Bach, bekanntester Vertreter der Familie Bach, komponierte zahlreiche Werke und war einer der gefragtesten Komponisten des Barockzeitalters
Carl Philipp Emanuel Bach, Sohn Johann Sebastian Bachs, ebenfalls Komponist
Wilhelm Friedemann, Sohn Johann Sebastian Bachs, nach dem Vorbild von Vater und Bruder auch Komponist

Biographie J.S.Bach
Johann Sebastian Bach wurde 1685 in Eisenach in Thüringen geboren. Er war das achte Kind von Johann Ambrosius Bach, herzoglicher Hofmusicus, und seiner Frau Elisabeth.
1695, mit fast zehn Jahren, war Bach Vollwaise. Erst starb seine Mutter. Ein halbes Jahr später heiratete der Vater wieder, aber schon zwei Monate nach der Hochzeit starb auch er. Da die Witwe die Kinder nicht ernähren konnte, wurden sie auf die Verwandschaft verteilt. Johann Sebastian kam zu seinem ältesten Bruder Christian, der schon verheiratet war und in Ohrdruf bei Erfurt als Organist der Michaeliskirche tätig war. Dort besuchte Bach die Lateinschule. Mit 14 Jahren verließ er die Schule als zweitbester Schüler.

Im Jahr 1700 macht Bach sich zusammen mit einem Freund zu Fuß in das 300 Kilometer entfernte Lüneburg auf, um dort im Chor der Michaelinschule zu singen.Bachs Karriere als Chorsänger endete, als er 1702 in den Stimmbruch kam. Im Jahr darauf trat er seine erste Stelle als Organist in der Neuen Kirche in Arnstadt an.

1705 verliert er auch diese Stelle, als er einen Urlaub ohne Absprache von 4 Wochen auf 3 Monate verlängert.

1706 wird Bach Organist der St.Blasius Kirche in Mühlhausen. Im Oktober 1707 heiratet er seine Cousine Maria Barbara. Kurz nach der Hochzeit zieht er mit seiner Familie nach Weimar.

In Weimar entstanden einige seiner schönsten Fugen und Kantaten. Die Karriereleiter klettert er ebenfalls weiter nach oben: Bach wird Konzertmeister der Weimarer Hofkapelle, ein sehr angesehener Posten.

Triumph und Niederlage – im Jahr 1717 hielt sich für Bach beides die Waage. Er wurde nach Dresden eingeladen, um an einem Musikwettstreit mit Louis Marchand, Hoforganist bei Ludwig XIV., teilzunehmen, aber als er in Dresden ankam, hatte der Rivale die Stadt schon kampflos verlassen. Doch Bachs Euphorie über diesen leichten Sieg war bald verflogen. Der Herzog von Weimar lehnt eine weitere Beförderung Bachs ab. Der Komponist ist daraufhin so verärgert, dass er von nun an keine Note mehr für den Herzog schreibt.

Stattdessen bewirbt er sich erfolgreich als Kapellmeister bei dem Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen. Es folgt eine sehr produktive Zeit. In Köthen entstehen die Brandenburgischen Konzerte und das Orgelbüchlein. Überschattet wird die glückliche und einträgliche Zeit von dem plötzlichen Tod Maria Barbaras im Juni 1720. Ein Jahr später, im Dezember 1721, heiratet Bach Anna Magdalena Wilcken, die 20jährige Tochter des Zeitzer Hoftrompeters.

Anna Magdalena ist für Bach ein Glücksgriff. Nur sieben Jahre älter als Bachs ältestes Kind aus erster Ehe, führt sie Bach nicht nur den Haushalt, sie ist weiterhin als Sängerin tätig, versorgt seine Kinder aus erster Ehe und bringt selbst in den folgenden Jahren 13 Kinder zur Welt, von denen jedoch sechs früh sterben. In die Zeit seiner zweiten Ehe fällt auch sein größter beruflicher Erfolg: Im Jahr 1723 wird er Thomaskantor in Leipzig.

In Leipzig entstanden seine großen religiösen Werke: die Johannes- und die Matthäuspassion, das Weihnachts- und das Osteroratorium, die majestätische h-moll-Messe sowie fast 300 Kantaten.

In den letzten zehn Jahren seines Lebens verschlechterte sich Bachs Augenlicht. Trost fand er jedoch in seiner großen Familie und seinen Kindern, von denen einige selbst talentierte Musiker waren, die es zu internationalem Erfolg brachten.

Musik im Barock – Referat
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