Informationen zu George Grosz (auch Georg Grosz oder Georg Groß):
• der bekannteste schärfste Satiriker, Maler und Grafiker der 20er Jahre in Deutschland (Neue Sachlichkeit)
• bekannt für sozial- bzw. gesellschaftskritischen Gemälde und Zeichnungen
• drastische Darstellungen und häufig politische Aussagen
• typische Themen: Großstadt, deren negative Seiten (Mord, Perversion, Gewalt), die Klassengegensätze
• Gegner des Militarismus und des Kleinbürgertums
• sorgte oft für Aufsehen und Anstoß à viele Zeichnungen wurden beschlagnahmt/vernichtet
• wurde sogar verklagt, z.B. wegen Gotteslästerung

„Stützen der Gesellschaft“ 1926

– schonungslose und hasserfüllte Kritik an den Missstände in der Weimarer Republik
– der Titel des Bildes ist einem gleichnamigen Drama HENRIK IBSENs von 1878 entnommen
– Attribute u. Überzeichnungen („Karikaturstil“) einzelner Merkmale –> Figuren als Personifikationen von Gruppen und politischen bzw. gesellschaftlichen Verhaltensweisen

Person Deutung
Mann mit Monokel
• gehobener Mittelstand
• NSDAP-Mitglied
• Offizier (Ordensband)
• Militarist (Kavallerie)
• „Paragraphenreiter“

Journalist
• Journalist (Deutsche Zeitung, Berliner Lokalanzeiger –> radikal nationalistisch)
• mit Portraitzügen des Pressezaren Hugenberg
• Zeitungsüberschriften à Zusammenhang gesunde Wirtschaft und Streik/Aufstand
• blutbeschmierter Palmwedel, umfunktionierter Nachttopf à gespielte Friedensbereitschaft
Parla-men-tarier • feister Wohlstandsbürger
• Kot statt Gehirn („Nur Mist im Kopf“)

Pfarrer
• Gestik und Kleidung verweisen auf Kirche oder Justiz und deren Tatenlosigkeit
• „Auf-die-Zunge-beißen“ deutet auf deren Schweigen bzw. deren Lügen hin

Das Militär
• Reichswehr klebt Blut am Säbel
• wendet den Gräueltaten (brennendes Haus) der rechtsradikalen, militanten Gruppen den Rücken zu ohne Gegenmaßnahmen zu ergreifen

Zitat zum Bild: „ Der Verist hält seinen Zeitgenossen den Spiegel vor die Fratze. Ich zeichnete und malte aus Widerspruch und versuchte, durch meine Arbeit die welt davon zu überzeugen, dass sie hässlich, krank und verlogen ist.“ von George Grosz

Dämmerung (1922)

• In Großstadtbildern (z.B. dieses Aquarell „Dämmerung“) setzte sich Grosz mit einer als chaotisch und grausam empfundenen Großstadtwelt auseinander
• Motive wie Verwirrung und Zerrüttung werden dargestellt in einer Komposition, die auf flüchtiger Zeichnung beruht
• Figuren und Architekturelemente sind flächenhaft übereinander gelagert

Lebenslauf:

1893 George Grosz wird in Berlin geboren
um 1910 tritt der Berliner Dada-Szene bei
1912 Namensänderung in George Grosz (Grund: seine Amerika-Begeisterung)
1916 veröffentlicht erstmals Zeichnungen in einer Zeitschrift
1919 tritt der KPD bei
1920 • hat seine erste Einzelausstellung
• heiratet Eva Peter
1922 tritt aus der KPD wieder aus (lehnte Diktatur ab)
1933 emigriert in die USA, arbeitet dort für Satirezeitschrift
1945 veröffentlicht Autobiographie A Little Yes and a Big No
1946 wird Mitglied der American Academy of Arts and Letters
1958 • Berliner Akademie der Künste zum außerordentlichen Mitglied
• kehrt mit seiner Frau nach Deutschland zurück
• stirbt infolge extremen Alkoholkonsums

George Grosz
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