Geschichten aus dem Wiener Wald



  • Titel: Geschichten aus dem Wiener Wald
  • Autor: anonym
  • Beschreibung: Alles Wichtige zu Geschichten aus dem Wiener Wald. Mit Inhaktsangabe und Interpretation des Werks.
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Der Zauberk�nig scheint auf den ersten Blick ein zur Ruhe gekommener, verwitweter Kleinb�rger zu sein, der sich durch den Tod seiner Frau nun auf seine Tochter st�tzen muss, doch wenn man seine Kommentare genauer betrachtet, blickt der insgeheime Hass auf die scheinbar dominante Verstorbene durch. Er gibt es zwar zu, dass sie ein �bissiges Mistvieh� war, doch meint er, dass sie durch seine Fehler, also, dass er sie verw�hnt hat, so missraten geworden war.

Er stellt sich als der leidende Frauenverehrer da, obwohl es langsam klar wird, dass er um seine M�nnlichkeit f�rchtet, wenn er von den Frauen dominiert wird, dass er sich klein und hilflos vorkommt und deshalb seine Autorit�t �ber Marianne auszunutzen versucht, indem er sie darauf hin erzieht vom Mann, abh�ngig zu sein � finanziell und mental.

Er versucht so zu tun, als ob er seine Gemahlin elends vermissen w�rde und st�rzt sich hinterr�cks, bei der Verlobung seiner Tochter, auf die Dame im fortgeschrittenen Alter � Valerie. Wahrscheinlich um sich zu beweisen, dass er es doch noch, als Liebhaber bringt. Geheime m�nnliche Bed�rfnisse eben.
Alfred ist der verf�hrerische Gauner in dem St�ck. Es gibt kaum eine Frau, die er nicht auf irgendeine Weise betrogen hat, sei es um Geld oder um Gef�hle. Valerie hat er somit auf zwei Arten betrogen. Er schmeichelt den Frauen und n�hert sich so an sie ran, doch wenn es ernst wird, wie es bei Marianne der Fall war, zieht er sich sofort zur�ck � zumindest hat er es versucht, bei der Verlobung, als er gemeint hat, dass er keine Hochzeit zerst�ren will, aber gegen Aff�ren h�tte er im Grunde nichts, sofern etwas f�r ihn herausspringt. �berhaupt handelt er nur in seinem Interesse, auch wenn, manche seiner Taten einen Vorhang der Selbstlosigkeit haben. So versucht er nach nur einem Jahr die Marianne wieder loszuwerden, bzw. ihr Kind. Beim zweiten schafft er es ja sogar ganz, nachtr�glich.
Eine Hilfe beim Entfliehen aus dem Ungl�ck der Ehe stellt der Hierlinger Ferdinand, Alfreds Freund, dar. Indem er Marianne einen Job bei einem Nachtclub besorgt, rei�t er Alfred aus ihren �Klauen�. Ansonsten spielt er kaum eine Rolle, au�er eben als ehemaliger Liebhaber Valeries.
Oskar ist der gefeierte Vorzeige-Schwiegersohn in der ganzen Konstellation. Eine eigene Fleischhauerei und dadurch viel Geld, macht ihn in den Augen vom Zauberk�nig nat�rlich sehr attraktiv f�r einen Schwiegersohn und Oskar ist dieser Idee angetan, da ja die Marianne, eine junge, hochgewachsene Frau ist. Da kommt es ihm �berhaupt nicht recht, dass er ein Jahr lang in Trauer um seine Mutter sein muss. Man merkt, dass er Marianne abgrundtief liebt, bis zum Abgrund, dass er schon selber seine Liebe als etwas erdr�ckendes darstellt, der Marianne nicht �entgehen� kann. Durch seine dauernden Neckereien und Spielereien, sieht man zwar das kindliche in ihm, doch w�nscht er sich nichts sehnlicheres, als dass Mariannes Sohn vom Angesicht der Erde verschwindet, damit er sie wieder unbefleckt lieben und zu sich nehmen kann. So scheint seine Liebe auch sehr �bertrieben zu sein, genauso wie sein Glaube an Gott, der lehrt zu verzeihen � und doch w�nscht er sich den Tod des Kindes.
Ein treuer Gehilfe in Oskars Lokal ist Havlitschek, ein rauer Macho, der scheinbar seine Aggressionen nicht unter Kontrolle hat. Er w�re das krasse Gegenteil zum friedlichen Oskar und zum �Unterdr�ckten� Zauberk�nig, denn er meint zu wissen, wie man mit ungezogenen Frauen umzugehen hat. Da schreckt er nicht einmal vor bestialischen Gewalttaten zur�ck. Trotz seiner M�chtegern-Aff�re zu Emma, redet er hinterr�cks �ber jede Weibsperson die seinen Weg kreuzt. Sei es die kleine Ida, Marianne oder eben Emma, er kann es nicht zur�ckhalten, diese Frauen �zerfetzen� zu wollen.
Die vermeintliche M�rderin vom kleinen Leopold ist die gottesf�rchtige Gro�mutter Alfreds, die offenbar eine zwiesp�ltige Pers�nlichkeit besitzt, die sich vor allem vor Alfred zeigt, wenn sie ihn im ersten Moment schl�gt und ihm im n�chsten den losen Knopf ann�ht. Ihre Gottesfurcht schreckt nicht einmal davor zur�ck, den kleinen Jungen t�ten zu wollen und das unter dem Motto: Der Zweck heiligt die Mittel. �ber die Schlampereien von Marianne zieht sie ungemein gern her, wobei sie die Betr�gereien ihres Enkels, sollten sie sie nicht selber betreffen, stolz ignoriert. Doch auch sie war ein Opfer von Alfreds Betr�gereien.
Die Mutter Alfreds spielt eine kleine, unscheinbare Rolle, doch ist sie sozusagen diejenige, die mit dem Feind leben muss. Da sie eine Entlohnung bekommt, f�r den kleinen Leopold zu sorgen, sagt sie nicht nein und l�sst sich nicht �ber irgendwelche Ehrvorstellungen von ihrem Vorhaben abbringen.
Valerie ist die Drama-liebende, f�rsorgliche und doch egoistische alte Dame, die am Ende alle vers�hnt. Wie auch Marianne, war sie eine von Alfreds Liebhaberinnen und wurde von ihm ausgenommen. Aber in Szenen mit einem Verwandten vom Zauberk�nig, zeigt sich ihre Vorliebe f�r junge M�nner. Da sie das n�tige Geld hat, kann sie sich diese Vorliebe auch leisten, �rgert sich aber im Nachhinein �ber die jungen M�nner.

B�rgerliche Scheinmoral:


Als Marianne auf dem Beichtstuhl sitzt, wird auch mir klar, dass diese Ehrvorstellungen von Schuld und Reue nur ein Arm der Gesellschaft und der Religion sind, um freie Menschen einzuschr�nken.

Das Oskar kinderliebend ist, wird sofort widerspr�chlich, als er von Mariannes Spross erf�hrt und sich dessen Tod w�nscht.

Der Fakt, dass der Zauberk�nig sich eine loyale, willenlose Marionette als Tochter w�nscht, die sich eben nicht in einen mittellosen Mann verliebt und trotzdem mit einer Dame herumknutscht, die nicht seine Ehefrau ist, ist wirklich bedenklich und weist auf ebendiese Scheinmoral hin.
Und dass Marianne Opfer dieser Scheinmoral wurde, ist die haupts�chliche Problematik in diesem St�ck.

Man hat schon am Anfang bemerkt, dass sie aufm�pfig ist und mit der Verlobung �berhaupt nicht einverstanden. Sie war lediglich das Mittel um die finanziellen Sorgen ihres Vaters zu beenden, und obendrein noch die Machtfantasien ihres Vaters zum Opfer zu fallen. Sie hat Bed�rfnisse, die sie nicht ausleben konnte und als Alfred kam, sah sie wahrscheinlich ihren Erl�ser, denn eine Beziehung zu ihm h�tte ihrem Vater ganz und gar nicht gefallen, und genau das w�re Grund genug, sich in Alfred zu verlieben. Logischerweise philosophiert sie oft �ber ihr Leben, �ber Gott und die Religion, hinterfragt die letzten Beiden zwar, glaubt aber dennoch. Aber vor allem f�hlt sie sich bestraft und ihre Fragen an ihn blieben unbeantwortet, deshalb hat sie versucht einen eigenen Weg zu finden, der sie in Armut, Hunger und Prostitution zwang. Sie war durch die Erziehung ihres Vaters nicht in der Lage, den richtigen Weg zu finden und schreckte am Ende vor nichts zur�ck. Allein die Liebe zu ihrem Sohn blieb ihr, wodurch sie versucht hat die Gro�mutter umzubringen, als sie von seinem Tod erfahren hat.

Historischer Hintergrund:



Der Rittmeister ist ein lebender Beweis f�r den verlorenen ersten Krieg. Die B�rger versuchen sich wieder in den Alltag hineinzuleben, doch der 2. Weltkrieg steht kurz bevor � so auch der junge, antisemitische Erich aus Kassel.

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