Interpretation von Uns geht es gut Richard 1962



  • Titel: Interpretation von Uns geht es gut Richard 1962
  • Autor: Arno Geiger
  • Beschreibung: Eine gute Interpretation des Kapitels 1962 von Uns geht es gut, Autor Arno Geiger.
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Der Autor Arno Geiger befasst sich in dem Roman „Uns geht es gut“ mit dem langsamen Auseinanderdriften der typischen Familienkonstellation: Vater, Mutter und zwei Kinder. Es geht Arno Geiger nicht um die Idylle, sondern um die Realität des Lebens, wo Kleinigkeiten mehr ins Gewicht fallen als Ereignisse, welche in der gesamten Welt passieren. Aus drei Perspektiven wird von verschiedenen Richtungen gezeigt, wie die verschiedenen Generationen jeweils die Handlungsfiguren beeinflussen und prägen.
Das Kapitel „1962“ ist ein großer Kontrast zu dem Kapitel „1938“. Während Richard im Kapitel „1938“ noch in der Blüte seines Lebens ist,ist er im Kapitel „1962“ an dem Tiefpunkt seines Lebens angekommen, Die beiden Kapitel umschließen zwei wichtige Kapitel „1955“ und „1945“, welche die Auswirkungen der patriarchalischen Erziehungsmethoden zu dieser Zeit, auf die jüngere Generation, darstellen.
Das Kapitel „1962“ beginnt mit der Kündigung des 80-jährigen Richards, aufgrund seines Alters. Dieser Vorgang löst in Richard ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Furcht vor der Zukunft aus, da er nicht weiß, welche Funktion er nun in der Familie einnehmen soll. Darauf folgt der zweite Abschnitt in diesem Kapitel, indem Alma und Richard zum ersten Mal wieder seit Jahren konfrontiert werden mit der neuen Generation. Ingrid und Peter (mit Sissi) kommen mit der Absicht alte Möbel für ihr Heim zu holen.

Der Auszug ist in vier Abschnitte gegliedert. Das Gespräch zwischen Ingrid und Richard findet ausgiebig im Garten statt. Der Garten zusammen mit der Hietzinger Villa ist ein Symbol für die Reise auf dem Fleck und die ständige Reflexion über die Vergangenheit der Familiengeschichte. Der erste Abschnitt beginnt mit dem Versuch Richards ein Gespräch aufzubauen, doch Ingrid fast jede Bemerkung von Richard falsch auf. Richard beginnt mit einem sehr neutralen Thema, indem er Ingrid die Bäume im Garten nochmal zeigt. Doch als er merkt, dass seine Auskünfte Ingrid nicht erreichen können, geht er direkt auf Ingrid ein, indem er feststellt, dass man „vom Zurückschauen Heimweh bekommt“ (Zeile 13) Richard erwartet von ihr, dass sie sich an schöne Zeiten ihrer Kindheit zurückerinnert. Denn mit der Substantivierung „vom Zurückschauen“ meint Richard die Vergangenheit. Auch Richard sehnt sich zurück zu seinem Höhepunkt des Lebens; seiner Karriere. Denn in diesem Kapitel begreift er, dass er die Zeit nicht aufhalten kann, was er früher immer behauptet hat. Ein guter Vergleich ist bereits das erste Kapitel, als Philipp sich erinnert, dass Richard, „der große Graukopf“ immer der Meinung war, dass er die Macht hat, die Zeit beim Rinnen zu hindern. Doch in diesem Kapitel begreift auch Richard, dass die Realität ihn eingeholt hat. Denn auch er wird alt. Meiner Meinung nach möchte Richard als er Ingrid die Bäume zeigt, sich selber nochmal vor Augen führen wie sein Leben verlaufen ist. Die Bäume reflektieren seine Laufbahn. Denn die Einschübe, welche Richard macht, ausgedrückt durch die Klammern, spiegeln ihn selber zu gewissen Zeiten wieder. Denn bei dem zweiten Einschub „zuverlässig, der Baum in den besten Jahren“ meint er sicherlich den Aufstieg in seiner politischen Karriere „1938“, doch jetzt ist er bei dem letzten Abschnitt angelangt. Er begreift, dass er älter geworden ist. Er zieht die Parallele zu der Aussage, dass „der Baum [alt wird]“ (Linie 9).
Doch Ingrid erfüllt nicht Richards Erwartungen, dass sie sich an die schönen Zeiten zurückerinnert. Denn sie widerspricht ihm, da sie ihm nicht Recht geben möchte. Vielmehr führt sie ihm vor Augen, dass sie es ihm noch immer übel nimmt, dass er sie rausgeschmissen hat. Bereits im Kapitel „1955“, wird die Einstellung gegenüber ihrem Vater und seinem Entschluss gezeigt. Denn Ingrid überlegt sich in dem Kapitel „1955“, ob sie ihren Vater noch liebt. Sie kommt zu dem Entschluss, dass sie ihn respektiert, aber nicht mehr liebt. Auch ihre Weise wie sie antwortet, zeigt eine deutliche Ablehnung Ingrids gegenüber ihrem Vater. „Trocken, fast gemurmelt im halben umdrehen, und doch bitter“ (Linie 14). Dadurch, dass sie nicht direkt mit ihm redet und auch noch im halben Umdrehen, zeigt, dass sie das Gespräch nicht sehr ernst nimmt.
Diese Position Ingrids gegenüber ihm erkennt Richard auch. Denn nach ihrer Aussage, teilt uns der Erzähler in einem langen Abschnitt mit, was Richard denkt. Richard ist sichtlich gekränkt. Besonders die kurzen Sätze „Jedes Wort ist falsch. Also schade drum“ unterstreicht seine melancholische Gefühlslage. Dadurch, dass die Sätze auch sehr kurz sind, unterstreicht er zusätzlich seine schlechte Laune. Auch die rhetorische Frage „Was nutzt es, wenn er sich ins Gedächtnis ruft, dass Ingrid ihm, als sie klein war, blind glaubte?“ verdeutlicht die Erkenntnis Richards, dass nichts mehr so ist, wie es mal war. Denn Ingrid sieht ihn nicht mehr als „Held“ und als „pater omnipotens“(1955). Seine gute Beziehung und sein gutes Bild, was Ingrid von ihm hatte ist „vorbei, vorbei, vorbei.“ (l.24). Durch die Wiederholung des Wortes „vorbei“ wird erneut der Pessimismus Richards demonstriert. Es scheint wie ein Echo, das ihn zermürbt und ihn kaputt macht, da er erkennt, dass man irgendwann aufs Abstellgleis kommt, im Privaten wie auch um Berufsleben. Die Reaktionen Ingrids im darauf folgenden Kapitel bestätigen, dass Ingrid nicht mehr das verträumte Kind ist. Denn sie kann später auch nicht begreifen, wie sie diese „Schnulze“ für wahr halten konnte. Denn durch den Film der Hofrat Geiger realisiert sie, dass das, was sie im Fernsehen sieht im Alltagsleben nie funktionieren würde. Außerdem ist der „Hofrat Geiger“ ein gutes Mittel, um die Glaubwürdigkeit des Romans hervorzuheben. Darauf folgt der zweite Abschnitt, indem die Erzählzeit wieder der erzählten Zeit gleichgesetzt ist. Dieser Abschnitt ist ein Konfliktdialog. In diesem Abschnitt kritisiert Ingrid nicht nur Richard Erziehungsmethoden, sondern auch sein ganzes Verhalten. Denn Richard möchte seinen Entschluss nochmal gut reden, indem er Ingrid versichert es sei gut, früh aus dem Haus zu kommen, Dich Ingrid antwortet erneut in ihrer verbitterten und schnippischen Weise. Richards kurze Antwort, „wenn du es so sehen willst“, lässt auf der Beziehungsebene schließen, dass es ihm jetzt gleichgültig ist, was sie von ihm denkt, da er ihr ja sowieso nichts recht machen kann und er auch keine Kraft und Lust mehr hat so gegen sie anzukämpfen. Und bei der nächsten Aussage Ingrids werden die Gemeinsamkeiten zu Tochter und Vater nochmal deutlich, denn genau diese Aussage, dass sein Vater immer im Recht sein muss, lässt sich genauso gut auf Ingrid übertragen. Denn auch sie hält fest an ihrer Meinung und Vorstellung. Was man einerseits an ihrer fest entschlossenen Antwort „Ich will es so sehen“ (l.31) sehen kann, als auch an dem Umgang mit Peter sehen kann, an dem gleichen Tag, an dem sie auch der Hofrat Geiger anguckt. Denn Ingrid ist so stur, dass sie Peter nicht als Gleichberechtigten ansehen kann. Alles was er macht, ist ihr nicht recht.
Nach diesem Dialog folgt wieder ein Wechsel in Richards Gedankenwelt. Auch auf geistiger Ebene wird deutlich, dass Richard wirklich nicht mehr gegen Ingrid ankämpfen möchte, da sich das gleiche Muster von dem, dass jeder an seiner eigenen Meinung festhält, immer wiederholen würde. Die letzte Aussage „sie reden im Kreis“ (l.35) lässt sich auf alle Kapitel des Romans übertragen. Genau diese Aussage spiegelt auch das Haus wieder; es ist eine Reise auf dem Fleck – man kommt einfach nicht voran. Denn ein Gespräch im empathischen Sinn kommt bei den Sterks nie zustande. Vielmehr durchzieht den Roman eine durchgehende Struktur der Dissoziation. Keiner der Familienmitglieder schafft es den anderen Angehörigen mitzuteilen, was einem wirklich am Herzen liegt. Jeder denkt nur über den anderen nach, aber eine Kommunikation findet nicht statt. Und Richard hatte schon immer eine Schwäche sich in die Kinder einzufühlen. Er vertritt die typische Rolle des patriarchalischen Familienklischees. Während Alma ständig um den Verlust der Kinder kreist, was an dem Bienenstock symbolisiert wird, ist Richard stehen geblieben in den 50er Jahren: an seiner politischen Karriere.
Darauf folgt der dritte Abschnitt, wo es sich ausschließlich um eine Selbstreflexion Richard gegenüber dem Verhalten seiner Tochter geht. Denn Richard erwartet von seinen Kindern, dass sie sich wie „Topfblumen“ (1938) zu verhalten haben. Er will, dass sie sich so verhalten, wie er es wünscht. Er erwartet von ihnen einen entgegenkommenden Respekt. Genau das hat Ingrid nicht getan, denn sie hat ihm eine „freche Antwort“ gegeben, was unter seiner Würde war. Sie zeigte ihm nicht den Respekt und die Unterlegenheit, die er von ihr erwartet hat. Außerdem kommt noch das Malheur mit seiner Sekretärin dazu, was auch gegen seine Vorstellung geht. Denn Richard möchte, dass alles seine Ordnung hat und in geregelten Bahnen abläuft. Wie schon bereits gesagt, ist er der typische Vertreter des patriarchalischen Rollenklischees. Er trennt die erotische Liebe strikt von der Beziehung und Rolle zu seiner Frau als pater familias. Dadurch, dass seine Sekretärin schwanger ist, gerät er in den direkten Konflikt dieser Vorstellung der strikten Trennung. Denn ein Kind ist immer eine Gefahr, dass die Fassade der monogamen Familie auffliegt. Daher ist auch seine zusätzliche Rage und Wut erklärbar. Denn die Gefahr, dass alles außer Kontrolle läuft, ist groß. Es ist also eine Folge von einer Kettenreaktion. Erneut ein typisches Muster der Familie Sterk. Es folgt eine falsche Aussage oder Handlung und darauf folgt dann eine ganze Katastrophe wie z.B auch hier. Richard kritisiert Ingrid, welche dann flieht und sich gegen den Vater stellt und deswegen einen Schwächling namens Peter heiratet u.s.w. Typisch für Richard ist dann auch der Verdacht, dass Ingrid nur auf den richtigen Moment gewartet hat, um fliehen zu können, „wo sie alle Schuld abschieben konnte und keine Verantwortung übernehmen musste“. Denn dass ist genau auch die Einstellung, welche Richard hat, denn auch Richard will nie die Schuld tragen. Er ist auch ein Meister darin den Problemen aus dem Weg zu gehen und dafür, andere seinen Schmutz aufräumen zu lassen. Die Parallelen zwischen Tochter und Vater werden umso deutlicher, je mehr die beiden Personen auf die andere Kritik ausüben. Noch zu dem vorig genannten möchte ich einen Vergleich heranziehen, indem es deutlich wird, dass Richard den Problemen aus dem Weg läuft. In dem Kapitel „1938“ schließt er das Wäschegeschäft Almas, um keine Probleme mit den Nazis zu bekommen. Zusätzlich wird sein Charakter anhand der Disposition Richards gegenüber der Heirat Ingrids mit Peter gezeigt. Er hat der Heirat nur zugestimmt, damit sein Name nicht in den Schmutz gezogen wird. Dass er nicht gerne zugestimmt hat, lässt sich aus dem „wohl oder übel“ schließen, was den Widerwillen Richards gegenüber der Hochzeit erneut zeigt. Doch Richard begreift nicht, dass er jetzt nichts mehr ändern kann. Auch wegen der Überzeugung, dass Ingrid „eine vereinfachte Auffassung dieser Vorkommnisse vertritt“, möchte er nichts mehr ändern. Es macht den Anschein, als lasse er nun alles über sich ergehen, aus reiner Niedergeschlagenheit, dass man ihn nicht mehr als Schirmherr in der Politik ansieht. Auch der nächst Satz „Aber was soll’s, warum sich aufregen, warum einen Schlaganfall riskieren“ (l.12) lässt auf seinen kraftlosen und motivationslosen Zustand deuten. Denn auch „den Kommoden kann man die Beine nicht gerade ziehen“ (l.13) Die Beine der Kommode sind eine Metapher für die Ereignisse des Lebens, welche man auch gerne wieder rückgängig machen würde, wenn es ginge. So sieht es Richard – der sich darin spiegelt. Zusätzlich ist es eine Widerspiegelung von Ingrid Charakters, denn auch ihre feste Meinung kann man nicht mehr ändern.
Im letzten Abschnitt folgt wieder eine Aussage Ingrids, indem sie sich einreden möchte „dass es nur ein Haus ist, nichts mehr. Nur ein Haus mit Garten“ (l.16). Sie möchte damit versuchen, all die Vergangenheit, welche sie mit dem Haus verbindet, zu verdrängen und sich von der Familiengeschichte loszureißen. Wie später Philipp sich bei der Entrümpelung des Hauses verhält, wird klar, dass auch sie die Vergangenheit nicht einfach so verdrängen kann. Der Auszug endet damit, dass die Textform wieder in die Gedankenwelt Richards wechselt. Erneut wird die hermetische Abriegelung der Gedankenwelt gegenüber den anderen Personen dargestellt. Denn Richard würde gern „mit einer Genugtuung“ attestieren, dass es sich doch um Heimweh handelt, doch er verkneift es sich. Er ist sich bewusst, dass die Zeit ihn eingeholt hat und die jüngere Generation einfach schlagfertiger ist als er es jetzt ist.
Meiner Meinung nach trifft die Kündigung Richard so stark, da er begreift, dass er kein Held mehr ist, da die Zeit ihn eingeholt hat. Dadurch, dass er die Geschichte nicht Aufarbeiten möchte, was das Dingsymbol: das Gebiss zeigt, verfällt er in seine Demenzkrankheit. So ist er in der Lage über den Kummer und die Schmerzen hinwegzukommen. Anders als in der Kalendergeschichte „Unverhofftes Wiedersehen“ von Wolfgang Hebel, beeinflusst die Weltgeschichte die fiktionale Geschichte b.z.w. die Familiengeschichte. Richard verliert die Hoffnung, all seine Anstrengung, welche er aufgebracht hat für seine Karriere und gegenüber den Kindern wurden nicht geschätzt. Richard kommt mit dem Schmerz nicht klar, er schafft es nicht weiterzuleben, da er nicht weiß, wo er jetzt ansetzen soll. Anders als in dem Film „Hofrat Geiger“, wo der Hofrat sein Leben einfach dort wieder beginnt, wo er aufgehört hat, misslingt ihm das. Er hat nur für die Arbeit gelebt und die ist von einem Moment auf den anderen weg. Um vor dieser Vorstellung als Versager zu flüchten, wird er Demenz krank. Bereits dort ist er eigentlich schon nicht mehr vorhanden. Wie Alma in dem Kapitel „1989“ richtig feststellt, ist „das Vergessen der beste Gehilfe des Henkers“

Die Kommunikation der Familienmitglieder beeinflusst die Familiengeschichte. Die Familienmitglieder leben wie Monaden, völlig abgegrenzt von der Außenwelt. Keiner teilt sich dem anderen mit. Bereits im Kapitel „1982“ stellt Alma die These auf: „die Menschen treiben aneinander vorbei und keiner sieht den Schmerz des anderen“. Dadurch, dass sie sich bereits am Anfang nicht mitteilen, lebt jeder sein eigenes Leben. Richard versucht vergeblich, die Zeit am Rinnen zu hindern, während Alma vergeblich versucht, die Zeit aufrecht zu halten. Dadurch, dass sie sich ihre Probleme, welche sie beschäftigen nicht mitteilen, schaffen sie es nicht sich von immer wiederkehrenden Gedanken und Vorstellungen zu befreien. Sie fliehen beide, sowohl Richard als auch Alma, vor der Realität. Beide wollen nicht ins Gewitter (1989). Beide haben Angst sich der Realität zu stellen, während Alma sich im Haus verkriecht und dort Schutz sucht, stürzt sich Richard in die Arbeit. Bei der Familie Sterk bleibt alles auf objektiver Ebene, sie teilen sich nichts mit, sie erzählen sich nur Floskeln. Von einer Beziehung kann man bei den beiden nicht sprechen. Denn jeder Versuch dem anderen näher zu kommen trifft auf Ablehnung. Genau wie auch in diesem Kapitel, wo Richard die Hand in Almas Pullover schiebt, doch diese beachtet ihn gar nicht und geht nicht auf ihn ein. Das gleiche Problem durchzieht sich auf bei Ingrid und Peter, welche sich auch nicht für die Hobbies des Partners jeweils interessieren. Ein gutes Beispiel ist, als Ingrid „der Hofrat Geiger“ gucken möchte, diese aber ständig gestört wird durch Peters bohren mit den Bohrmaschine. Anstatt, dass sie sich für seine kreative Arbeit interessiert, schreit sie ihn nur an, er solle aufhören. Ein weiteres Beispiel der Auswirkung, dass die Väter ihren Kindern nie die jeweilige Fürsorge gaben, ist das Kapitel 1945. Denn die Kinder sind hilflos ausgeliefert, da sie den Krieg nicht ernst nehmen und nur als Spiel sehen. Dadurch, dass die Eltern nie stolz auf ihre Kinder waren, entschieden sie sich zu der HJ zu gehen. Doch was sie dort auffanden, war der reine Horror. Es endete damit, dass sie der Realität und der Grausamkeit der Welt hilflos ausgeliefert waren, dass etliche Schäden mitnahmen oder, noch schlimmer, starben. Und dadurch, dass sie es nicht verhindern konnten, dass Otto starb, gibt sich Alma die Schuld, dass ihre beiden Kinder gestorben sind. Sie fühlt sich, als ob sie in der Rolle als Mutter versagt habe. Was auch das Dingsymbol, der Uhrenkasten, widerspiegelt. Würden die Familienmitglieder miteinander reden, wäre der Schmerz vielleicht schon vorbei. Dadurch, dass Alma nie mit den anderen redet, entwickelt sie mehr und mehr Schuldgefühle und Gewissensbisse. Ein gutes Beispiel ist das Kapitel „1989“, als sie sich, obwohl Richard im Krankenhaus ist schuldig fühlt, dass sie im Keller etwas verstellt hat ohne ihn zu fragen. Dadurch, dass bei der Familie Sterk Kleinigkeiten so sehr ins Gewischt fallen, eine gute Parallele ist der Baron, welcher so lange an einer Kanonenkugel feilte bis er sich erschießen konnte, verschlechtert sich die Gefühlslage bei allen Familienmitgliedern stetig, was am Ende dann bei den meisten zum Tod führt, da sie den Fokus auf das Wichtige im Leben verlieren. Und jeder in völliger Blindheit vor der Realität ins Unheil stürzt. Ein gutes Dingsymbol ist die Kanonenkugel, was bereits im ersten Kapitel das Unheil voraussagt. Es ist ein Symbol für Sieg und Niederlage. Nur wo ist der Sieg? Der einzige Sieg ist die Erschaffung dieses Romans für den Autor Arno Geiger.

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