Saisonbeginn - Interpretation



  • Titel: Saisonbeginn - Interpretation
  • Autor: anonym
  • Beschreibung: Eine Zusammenfassung des Inhalts von "Saisonbeginn", einer Kurzgeschichte der Autorin Elisabeth Langg�sser.
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[Interpretation und Zusammenfassung]
In dieser Kurzgeschichte der Autorin Elisabeth Langg�sser, die von den Nazis als �Halbj�din� eingestuft wurde, geht es um das Aufstellen eines antisemitischen Schildes in einem Kurort in den Bergen, unter den meist gleichg�ltigen Reaktionen der Dorfbewohner.

��berall standen die Wiesen wieder in Saft und Kraft; die Wucherblume verschwendete sich, der L�wenzahn strotzte und bl�hte sein Haupt �ber den milchigen Stengeln; Trollblumen, welche wie eingefettet mit gelber Sahne waren, platzten vor Gl�ck, und in strahlenden T�mpeln kleinbl�tiger Enziane spiegelte sich ein Himmel von unwahrscheinlichem Blau.�

In den ersten Zeilen wird der Kurort, seine Lage und Umgebung genau beschrieben und das mit Gl�ck verhei�enden W�rtern und Personifizierungen. Die Atmosph�re wird von Frohsinn und Bergluft beherrscht � hier m�chte man hin, um die Natur zu genie�en, denn hier sind die Bewohner einladend, hier �platzten die Trollblumen vor Gl�ck�. Es wird blo� im ersten Satz die bevorstehende Aufstellung der nicht so einladenden Botschaft angedeutet.

�Die Arbeiter kamen mit ihrem Schild und einem h�lzernen Pfosten, auf den es genagelt werden sollte, zu dem Eingang der Ortschaft, die hoch in den Bergen an der letzten Passkehre lag.�

Dass dieser scheinbar von Gott gek�sste Fleck ein Kurort ist, stellt sich erst heraus, als erw�hnt wird, dass bald Fremde aus ganz Deutschland mit den guten deutschen Autos und Taschen voller Geld ankommen werden.

Am Ende dieser Offenbarung treten wieder die Arbeiter in Erscheinung und das Holzkreuz mit einer Schildinschrift, welches die Autorin ein wenig kleinlich beschreibt:

�J.N.R.J. - die Entt�uschung dar�ber, da� es im Grunde h�tte hei�en sollen: er behauptet nur, dieser K�nig zu sein, hatte [...] an Heftigkeit eingeb��t.�

Allerdings hat dieser Satz eine unlogische Schlussfolgerung, denn es w�re den antisemitisch eingestellten Christen eher ein Dorn im Auge, wenn Jesus wirklich der K�nig der Juden gewesen w�re, als wenn er es blo� behauptet h�tte, wof�r er eigentlich beschuldigt wurde. Deshalb h�tte die Entt�uschung dar�ber, dass es h�tte so hei�en sollen, eigentlich gr��er werden m�ssen.

�berhaupt erinnert die genauere Beschreibung der Arbeiter bzw. der Utensilien, die sie mit sich schleppen, an eine neuerliche Kreuzigung Jesus und vor allem das �Ausspucken� an dieser Stelle tr�gt einen gewissen Spott gegen Jesus, der ein Jude war, in sich. Langsam bemerkt man, dass sich in diesem eigentlich idyllischen Ort etwas Ungutes anbahnt, denn die Arbeiter scheinen grob und b�sartig zu sein.

In den n�chsten 3 Abs�tzen beratschlagen die 3 M�nner, an welchem Ort das Schild am besten, �gewisserma�en als Gruߓ anzubringen w�re. Man wird mit dieser Phrase auf den falschen Weg geleitet, denn jetzt bemerkt man, dass die Inschrift des Schildes erst am Schluss preisgegeben wird und somit hat die Autorin eigentlich das gr��te Element der Spannung eingesetzt, n�mlich die Neugier auf das Verh�llte.

Die erste Position des Schildes w�re direkt vor dem Kreuz. Da an dieser Stelle schon das Pflaster der Tankstelle beginnt, wo die Autos am Wenden behindert w�ren, wird dieser Vorschlag schnell wieder vergessen.

Also bietet sich als n�chster Punkt die Gemeindewiese an. Kaum am Beginnen, bemerken die Arbeiter, dass dieser Ort zu weit von der Gemeinde weg liege, als dass diese, noch immer verschleierte Inschrift, dem Kurort zugeh�rig sein k�nnte. �Wenn also das Dorf den Vorzug dieses Schildes und seiner Inschrift f�r sich beanspruchen wollte, mu�te das Schild wieder n�herr�cken.� Dieser Satz stellt das Dorf als Urheber des antisemitischen Schildes dar und nicht die Arbeiter, wie vormals angenommen. Das spiegelt den Befehlsnotstand wieder, auf den sich in den Prozessen nach dem Dritten Reich viele Angeklagte beriefen.

Beifall erh�lt der 3. Vorschlag, das Schild dem Kreuz gegen�ber aufzustellen, aber durch den ung�nstigen Standort einer Buche, die sich wie ein Schutz in die Weite spannt, w�rde das Schattenspiel der �ste und Bl�tter die Bedeutung der Inschrift mindern.

Urpl�tzlich wird dann der Platz zur Rechten von Jesus ausgew�hlt und so schnell, wie dies beschlossen ist, wird auch das Schild-Aufstellen in wenigen Zeilen beschrieben. Wenn man die Wortgruppe �zur Rechten� aufgreift, dann denkt man, dass das Schild sozusagen mit dem Kreuz identifiziert wird, aber in keiner schlechten Art und Weise, denn wenn etwas �recht� oder �rechtens� ist, dann steht es meistens f�r �richtig� und �gut�. Allerdings sind die Nationalsozialisten dem �rechten Lager� zuzuordnen und somit ist diese Wortgruppe mit zwei besonders gegenteiligen Deutungen best�ckt.

Besonders hervorzuheben sind die Reaktionen der Passanten und Dorfbewohner, die sich auf das gesamte Deutsche Volk zur Zeit der Machtergreifung Hitlers beziehen lassen. Die Schulkinder, die sich mit der Hitlerjugend bzw. dem Bund Deutscher M�dchen vergleichen lassen, sind voller Respekt und Hilfsbereitschaft, um dieses bedeutungsvolle Schild aufzustellen.

Die zwei Nonnen sind unsicher, wie sie diesem Schild und seiner Inschrift gegen�ber stehen sollen und zeigen im Allgemeinen das undefinierte Verhalten der Kirche im 3. Reich. Es ist wohl anzunehmen, dass eine Religion, die auf N�chstenliebe beruht, einer so gewaltt�tigen Diktatur nicht wohlgesonnen ist und doch spiegeln diese Nonnen die Unsicherheit der beiden P�pste Pius XI und Pius XII wider, deren Haltung zur Judenverfolgung und zum Nationalsozialismus immer noch ungel�st bleibt.

Die Holzarbeiter sind geteilter Meinung zum Schild, denn einige erfreuen sich an diesem, andere wiederum sch�tteln den Kopf und sind gar nicht begeistert. Der gro�en Mehrheit allerdings ist dieses Schild gleichg�ltig und erst jetzt kann man sich wirklich des Bezuges zum deutschen Volk, bzw. der ganzen Welt sicher sein, denn viele Staaten scherte es einen Dreck, was Hitler in Deutschland anstellte. �Die Mehrzahl blieb davon unber�hrt und gab weder Beifall noch Ablehnung kund, sondern war gleichg�ltig, wie sich die Sache auch immer entwickeln w�rde.� Viele Menschen im 3. Reich sind bis zum Krieg weiter ihren Besch�ftigungen nachgegangen, wenn sie gerade nicht als asozial, j�disch oder sonst wie denunziert wurden und auf genau diese Mehrheit wird in diesem Satz angespielt.

Dieser �Richtspruch an der Tafel� ging auch Jesus etwas an. In den letzten Zeilen wird ihm sozusagen �Leben eingehaucht� und man merkt wie kontrovers die Sache mit Christentum und Nationalsozialismus ist, denn Jesus war Jude, auch wenn er von manch antisemitischen Christen, als einer von ihnen, also als �Nicht-Jude� angesehen und verehrt wird. �Auch der sterbende Christus [...] schien sich mit letzter Kraft zu bem�hen, die Inschrift aufzunehmen: man merkte, sie ging ihn gleichfalls an, welcher bisher von den Leuten als einer der ihren betrachtet und wohl gelitten war.� Und so gleicht dieses Aufstellen des Schildes oder die Bedeutung der Inschrift einer weiteren Kreuzigung Jesus', der doch der K�nig der Juden war.

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