Maria Stuart - Dramenanalyse 1.8



  • Titel: Maria Stuart - Dramenanalyse 1.8
  • Autor: Gymnasium Q11
  • Beschreibung: Dies ist eine Dramenanalyse für die 8. Szene im 1. Akt in Maria Stuart. Als Themenstellung: Charakterisierung Burleighs und Paulets.
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Einige Infos vorweg: Dies ist mein Übungsaufsatz, den ich als Dramenanalyse für die 8. Szene im 1. Akt geschrieben habe. Als Themenstellung: Charakterisierung Burleighs und Paulets. Ich habe ihn für euch unkorrigiert einkopiert. Ich kan euch aber sagen, was meine Lehrerin daran auszusetzen hatte, damit ihr wisst, was man noch verbessern könnte:
- Gliederung fehlt (ich hatte keine Zeit mehr für eine...:-))
- neben einigen Ausdruck- und Formulierungsfehlern (wie z.B. "konfus", "entgeistert", "auf die Schiller hinaus war", "rein loyal betrachtet" usw.) hat meine Lehrerin an der Charakterisierung Burleighs auszusetzen gehabt, dass er nicht egoistisch handelt (ich habe ihn also ein bisschen falsch charakterisiert...)
- Meine Lehrerin fand den Schluss und den Aspekt mit der Freiheit (innerlich und körperlich) sehr gelungen und gut.
Ihr Kommentar: "Ein guter, in sich stimmiger Aufsatz. Etwas zu knapp gerät noch die Analyse der sprachlichen Mittel und deren Wirkung. Nutzen Sie hierzu alle Teilbereiche zur Erschließung der Sprache. Vielleicht könen Sie och einmal nachvollziehen, warum Burleigh keineswegs als eigennützig zu bezeichnen ist und persönlichen Machtinteressen nicht unterworfen ist".
Viel Spaß beim Lesen :) vielleicht hilft euch der Aufsatz ein bisschen!
Im 16. Jahrhundert herrschte zwischen England und Schottland ein sehr angespanntes Verhältnis. Die regierende Königin Elisabeth I. wurde von der katholischen Kirche als Bastard erklärt, da ihr Vater sich von seiner ersten Frau hatte scheiden und eine zweite Ehe mit Elisabeths Mutter Anne Boleyn eingegangen war. Weil aber uneheliche Kinder nicht erbberechtigt waren, berief die katholische Kirche Maria Stuart von Schottland nach England, um die rechtmäßige Thronfolge anzutreten. Aus diesem Grund war Maria Stuart eine ständige Bedrohung für Elisabeth. Des Weiteren wurde Maria vorgeworfen, an dem Mord ihres Ehemannes Lord Darley beteiligt gewesen zu sein. Als Maria also aus politischen Gründen nach England floh, wurde sie festgenommen. Sie blieb 19 Jahre im Gefängnis, lange wurde ihre Hinrichtung diskutiert und schließlich vollzogen. In seinem Trauerspiel „Maria Stuart“, welches 1800 im Weimarer Hoftheater uraufgeführt wurde, behandelt Friedrich Schiller jedoch nicht die geschichtlichen Hintergründe von Marias Schicksal. Vielmehr ist er daran interessiert, wie ein Mensch – in diesem Fall Maria – mit dem Wissen um die eigene Hinrichtung umgehen kann, welche Reaktionen auf die Verkündung des Urteils folgen. Um jedoch die menschliche Ebene, auf die Schiller hinaus war, verstehen zu können, muss man sich auch die zahlreichen Nebenfiguren im Stück anschauen. Im Folgenden wird die 8. Szene im 1. Aufzug dieses Dramas hinsichtlich ihres Inhalts, in sprachlich-rhetorischer Hinsicht und in Bezug auf die beiden Akteure, nämlich Baron von Burleigh, Großschatzmeister und Berater der Elisabeth, und Amias Paulet, Ritter und Wächter der Maria, analysiert.
Die beiden führen eine angeregte Unterhaltung darüber, wie Maria in der vorhergehenden Szene die Verkündung ihres Urteilsspruches aufgenommen hat, welche Brenzligkeit die tatsächliche Hinrichtung der Maria letzen Endes in politischer Hinsicht darstelle, und dass eine stille, heimliche Ermordung der Maria doch eine bedeutend weniger Aufsehen erregende Methode wäre, sich der Staatsfeindin zu entledigen. Für diese Aufgabe schlägt Burleigh Paulet vor, doch dieser – ein weiser, pflichtbewusster Ritter – nimmt seine Aufgabe, die ihm anvertraute Maria zu bewachen, sehr ernst. Beide gehören zum Hofgefolge der Elisabeth, Königin von England. Sie stehen somit rein loyal betrachtet feindlich zu Maria, was bei Burleigh besonders klar zum Ausdruck kommt, Paulet jedoch betrachtet Maria relativ neutral als eine Gefangene, für deren Behütung er engagiert wurde und die eben zufällig auch eine Staatsfeindin seiner eigenen Königin ist, was sie aber nicht automatisch auch zu seiner persönlichen Gegnerin macht.
In vorhergehenden Szenen erfährt man viel über die Vorgeschichte der Maria. Ihr wird vorgeworfen, ihren Ehemann Darnley ermordet zu haben („sie kam ins Land als eine Mörderin“, P, V. 98), England an den Feind, Frankreich, verraten zu wollen („an den Franzmann zu verraten“, P, V. 104) und den englischen Thron nach dem Stürzen der Elisabeth besteigen zu wollen („verschmähte sie´s, den Edinburgher Vertrag zu unterschreiben, ihren Anspruch an England aufzugeben“, P, V.105ff.). Letzteres ist wohl der inoffiziell wichtigste Grund für ihre lange Gefangenschaft, am Hofe Englands hat man große Angst um die Position der Elisabeth als Königin.
Am Umgang der beiden miteinander lässt sich schnell erkennen, dass insbesondere Burleigh von dem vorhergehenden Gespräch mit Maria noch sehr erregt ist. Er ist von der Gelassenheit, mit der Maria ihr Todesurteil aufgenommen hat, sehr beeindruckt und bemerkt ihren ungebrochenen Stolz („Dies stolze Herz ist nicht zu brechen“, B, V. 976f.), allerdings scheinen dieser Stolz und diese innere Ruhe und Ausgeglichenheit der Maria ihn auch zu ärgern. Er bemerkt auch, dass Maria nicht darum bettelte, das Urteil noch einmal zu überdenken („Nicht unser Mitleid ruft sie an“, B, V. 980). Er glaubt, dass sie eher auf das Mitleid der Königin Elisabeth abzielt („Wohl kennt sie den Zweifelmut der Königin von England“, B, V. 980f.), da sie in der zweiten Szene Paulet einen Brief an diese mitgegeben hat, in dem sie um eine Anhörung bei Elisabeth bittet, das bereitet ihm Sorgen. Deshalb hat Burleigh auch einen geringfügig höheren Redeanteil, er unterbricht den wesentlich gelasseneren Paulet des Öfteren, antwortet rasch und fällt ihm ins Wort. Diese Stimmung verdeutlicht Schiller durch Ellipsen („Dass Krankheit sie im Kerker aufgerieben“, B, V. 1005), durch viele kurze Ausrufe („Nein! Sie darf nicht leben! Nimmermehr!“, B, V. 1027f.) und Metonyme („Die, wenn man ihnen eine gift´ge Schlange zu hüten gab, den anvertrauten Feind nicht wie ein heilig teures Kleinod hüten“, B, V. 1043ff.).
Die beiden gehen etwas konfus auseinander, da Burleigh von Paulets Pflichtgefühl enttäuscht ist und Paulet von der Skrupellosigkeit Burleighs entgeistert ist.
Die vorliegende Szene ist für den Gesamtzusammenhang also deshalb wichtig, da man ohne sie erst wesentlich später wichtige Charakterzüge und Absichten der beiden Personen Burleigh und Paulet erkennen kann.
Burleigh ist, als treu Untergebener der Elisabeth, stark an der Vollstreckung der Hinrichtung der Maria interessiert, was er auch nie abstreitet oder verhehlt. In vielen weiteren Szenen klagt er fast schon hetzerisch gegen Maria und pocht auf der schnellen Ausführung des Urteils. Sollte Maria, die zu diesem Zeitpunkt schon lange keine Verbündete mehr zu haben scheint („verjagt von ihrem Volk, des Throns entsetzt“, P, V. 99), es wirklich schaffen, den englischen Thron zu besteigen, so wären die Positionen der Bediensteten der Elisabeth – wie Burleigh – in Frage gestellt. Nun ist Burleigh aber eine von diesen Personen, die gewonnene Macht, und ein bisschen hat er, im Amt des Großschatzmeisters, zweifelsohne, äußerst ungern wieder hergeben. Er sieht also Maria als eine Bedrohung für seine eigene Person in der Weise, dass er unter ihr als Königin keinen Einfluss mehr hätte. Auch aus diesem Grund will er, dass die Hinrichtung der Maria schnellstmöglich ausgeführt wird. Des Weiteren wirkt er wie ein unausgeglichener, aufbrausender und temperamentvoller Mensch, der sich leicht aus der Ruhe bringen lässt und den unerwartete Reaktionen oder Handlungen seines Gegenübers irritieren („unsre Furcht ist´s, was sie mutig macht“, B, V. 982). Der Stolz und die Gelassenheit der Maria behagen ihm nicht, er betont diese ihre Eigenschaften sehr ausdrücklich.
Bei Paulet sieht das Ganze etwas anders aus. Zwar steht er auch loyal zu seiner Königin und hält sich an den Auftrag, der ihm erteilt wurde, jedoch stellt er sich nicht so sehr gegen Maria. Er hat das Amt des Ritters inne, ein Rang, der ihm auch bei Wechsel der Monarchin nicht so schnell aberkannt werden kann. Außerdem legt Paulet nicht so viel Wert auf Macht oder einen guten Ruf, sondern auf ein reines Gewissen („B: Und Euer Ruf bleibt rein – P: Nicht mein Gewissen“, V. 1062f.) und auf ein pflichtbewusstes Ausführen des Auftrags („jetzt ist sie zur Bewachung mir anvertraut, und seid gewiss, ich werde sie bewahren, dass sie nichts Böses tun soll, noch erfahren!“, P, V. 1074ff.). Er orientiert sein Denken und seine Handlungen also auch auf menschlicher Ebene, während Burleigh hingegen rein aus politischer, aber auch egoistischer Sicht handelt. Man kann also sagen, dass die beiden Akteure in der vorliegenden Szene prinzipiell die gleiche Loyalität Elisabeth gegenüber haben und ihr treu untergeben sind, dass sie jedoch andere persönliche Meinungen zu dem Fall „Maria Stuart“ haben. Um diese Differenzen im Gefolge Elisabeths aufzuzeigen, ist diese Szene besonders wichtig. Dieser Gedanke wird in den beiden Staatsratszenen (dritter Akt, dritte und vierte Szene) weitergeführt, in denen wieder verschiedene Stellungnahmen zu Marias Hinrichtung und dem weiteren Vorgehen aufkommen, unter anderem wieder Burleigh und Paulet.
Dass Maria letzten Endes tatsächlich hingerichtet wird, ist bekannt. Das wusste Schillers Publikum um 1800 auch schon. Interessant war jedoch aus Schillers Sicht, wie die Personen mit dem Urteil umgehen. Allerdings wird im gesamten Trauerspiel auch immer wieder der Aspekt der Freiheit hervorgehoben. Hier differenziert Schiller zwischen körperlicher und seelischer Freiheit beziehungsweise Unfreiheit, das Ganze wandelt sich innerhalb des Stückes. Während Elisabeth als Königin zunächst sowohl körperlich also auch seelisch frei ist, ist Maria das als Gefangene nach 19 Jahren im Gefängnis natürlich nicht. Zumal kommt zu Marias psychischer Unfreiheit das schlechte Gewissen an der Mithilfe am Mord ihres Ehemanns Darnley, welche sie auf ihrer Amme Kennedy gegenüber einräumt („K: Nicht Ihr habt ihn gemordet! Andre taten´s! – M: Ich wusste drum. Ich ließ die Tat geschehn“, V. 291ff.). Am Ende des Stückes jedoch ist Maria körperlich zwar immer noch unfrei, aber seelisch befreit, da sie ihr Schicksal akzeptiert hat und sich auf die Erlösung durch die Hinrichtung freut („Warum weint ihr? Freuen solltet Ihr euch mit mir, dass meiner Leiden Ziel nun endlich naht“, M, V. 3480ff.). Elisabeth hingegen ist körperlich zwar immer noch frei, seelisch aber hat sie einen Gewissenskonflikt, weil sie nicht fähig war, eine klare Entscheidung über die Verurteilung oder Begnadigung ihrer Nichte Maria zu treffen und von ihren Beratern immer wieder beeinflusst wurde („Man zwingt mich!“, E, V. 3083). Schiller zeigt, besonders in den letzten beiden Akten, dass ihm seelische Freiheit und ein reines Gewissen wesentlich wichtiger sind als körperliche Freiheit. Um dies aufzuzeigen, schrieb er Maria Stuart.

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