Die Liebhaberinnen (Interpretation)



  • Titel: Die Liebhaberinnen (Interpretation)
  • Autor: anonym
  • Beschreibung: Inhtalt und Interpretation des Romans "Die Liebhaberinnen" von Elfriede Jelinek. Hausaufgaben kostenlos - Hausaufgabenweb
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�Die Liebhaberinnen� ist ein Roman der �sterreichischen Autorin Elfriede Jelinek. In diesem Werk, wof�r ihr 2004 der Literaturnobelpreis verliehen wurde, geht es abwechselnd um zwei junge Frauen am Land und deren Streben nach Gl�ck und gesellschaftlichem Aufstieg, wobei eine dabei fatal scheitert.

Das erste Beispiel ist die entschlossene und realistische Brigitte. Sie arbeitet in einer Miederfabrik und wei� was sie will. Durch ihren Liebhaber Heinz h�lt sie sich f�r etwas besseres als ihre Kolleginnen und achtet penibel auf ihr �u�eres. Sie versucht sich ihre Jugend zu bewahren, weil sie sieht wie viele ihrer Geschlechtsgenossinnen im Alter oder der Ehe immer h�sslicher und ungefragter werden bei den M�nnern. Brigitte verkauft quasi ihren K�rper an Heinz und ihren Stolz an seine Eltern, indem sie jede Drecksarbeit f�r diese macht und nicht einmal Anerkennung bekommt, nur Hohn und Spott auch von Heinz, den sie eigentlich hasst aber f�r ihre Zukunftstr�ume braucht. Sobald potentielle Konkurrentinnen auf der Bildfl�che erscheinen, f�ngt der Krieg mit Brigitte an. Sie l�sst sich Heinz auf keinen Fall wegschnappen, da sie dem Anschein nach sehr anh�nglich ist. Aber der Schein tr�gt. Es ist blo�er �berlebensinstinkt und Angst vor dem sozialen Untergang, der Brigitte dazu bringt, sich vor anderen Frauen zu behaupten. Ihre Z�higkeit erlaubt ihr pers�nliche Vorlieben und W�nsche zur�ckzustecken, damit sie problemlos an Heinzens Seite verweilen kann, was letztendlich Fr�chte tr�gt.

Ein Familienleben gibt es f�r sie nur mit Heinz und die damit verbundene Zukunft. Brigitte ist vollkommen unabh�ngig von ihrer Mutter, mit der sie zusammenlebt. Im Buch l�sst sich eher darauf schlie�en, dass ihre Mutter blo� eine geduldete Mitbewohnerin ist und nicht die Frau, die Brigitte zur Welt gebracht hat. Eine Vaterfigur in dieser Konstellation gibt es nicht, genauso wenig die Mutterliebe.
Im Gegenzug dazu kommt die junge Dorfbewohnerin Paula vor. Tr�umerisch wie sie ist, kann sie trotz der Grausamkeit ihrer Eltern, diese dazu bewegen, sie zu einer Schneiderlehre in der n�chsten Stadt zu lassen. Genauso wie Brigitte tr�umt sie von einer besseren Zukunft mit einem Mann, der sie aus dem sozialen Sumpf herausholt und sie zu einer liebevollen Mutter macht. Dass sie selber etwas daf�r tun muss realisiert sie nicht und so sieht Paula die Lehre nicht einmal als ein Mittel zum Zweck. Zwar hat sie sich die Erlaubnis dazu hart erk�mpfen m�ssen, aber wertsch�tzen tut sie dies nicht mehr. Vor allem dann nicht, wenn sie Erich, ein Holzarbeiter, zum ersten Mal trifft. Paula neigt oft dazu im Affekt zu handeln. Sie verliebt sich Hals �ber Kopf in Erich, der das in seiner Einfalt nicht einmal registriert. Krampfhaft versucht sie Erich an sich zu binden, der vital ist f�r seine eigene Familie. Hier zeigt sich wieder, wie wenig Paula nachdenkt und wie sehr sie in ihrer Traumwelt lebt. Sie schafft es dennoch Erich zu verf�hren und wird zu ihrem Ungl�ck schwanger. In ihrer Familie wird das nicht so gern gesehen, da Paulas Familie sie schon immer nur als Arbeitstier und �Blitzableiter� sieht und das junge M�dchen noch unehelich ein Kind empfangen hat. Das mittelalterliche Rollenbild der Frau wird hier deutlich zur Schau gestellt, wie es heute nur mehr in armen und/oder fundamentalistischen L�ndern vorherrscht. Durch vermehrte Misshandlung wird von der Familie versucht das Kind abzutreiben, da der aufrichtige Erich bzw. seine Familie sich weigert, eine Heirat zustande zu kommen lassen. Letztendlich kann man den jungen Mann doch �berzeugen und so werden die beiden verm�hlt. W�hrend der Ehe bl�ht Paula �berhaupt nicht auf: Sie ist ungl�cklich und hat noch 2 weitere B�lger dazu bekommen. Ihr Mann ist sich seiner Macht �ber sie bewusst und nutzt diese schamlos aus, was neben deren finanziell schlechten Lage dazu f�hrt, dass sich Paula bald prostituiert. Lange kann sie das nicht geheim halten und es erscheint logisch, dass die junge Frau somit an den Rand der Gesellschaft gedr�ngt wird. Die Misshandlungen durch Erich werden �berhaupt nicht erw�hnt, sind f�r das Dorf nicht wichtig. An dieser Stelle bemerkt man wieder die Ehrvorstellungen, die das schw�chste Glied der Gesellschaft, die Frau, aufrecht erhalten muss.

Wenn man die ersten Beiden Kapitel liest, also Brigitte und Paula kennen lernt, ahnt man wieso das Buch �Die Liebhaberinnen� hei�t. Die Frauen in dieser Umgebung sind abh�ngig vom Mann, denn alleine bringen sie es zu nichts, was eigentlich nicht Pflicht sein muss. Eine Schneiderin k�nnte genauso gut alleine ihren Unterhalt verdienen, aber scheinbar ist dieses traditionelle Gedankengut von der guten Hausfrau in der intakten Familie in diese jungen Frauen eingeimpft worden. Somit ist es f�r vor allem sozial niedrig-gestellte Frauen unm�glich ein Leben ohne Mann zu f�hren. Deshalb ist jede Frau in dieser Situation eine Liebhaberin.

Die Geschichte der beiden Frauen wird, wie in Episoden gegliedert, abwechselnd erz�hlt, daher ist es dem Leser m�glich direkt Vergleiche der beiden Protagonistinnen anzustellen. Die konstante Kleinschreibung, selbst am Satzanfang f�hrt dazu, dass man das Satzende �berliest und glaubt eine sinnlose Aneinanderreihung von W�rtern runterzuleiern. Die K�rze der S�tze verst�rkt diesen Effekt der Monotonie, sodass man wirklich aufmerksam lesen muss um die Handlung mitzubekommen. Au�erdem achtet Jelinek in keinster Weise auf Satzzeichen und korrekte Schreibweise der W�rter. Beim genauen Lesen fallen einem W�rter wie �drekkig� etc. auf und vulg�re Ausdr�cke wie �Arsch�, �ficken�, �v�geln� und noch viele mehr. Vor allem diese Vulgarit�t gibt einem das Gef�hl, dass die beiden Schicksale, insbesondere das der Paula, einfach kaltherzig und erbarmungslos von der Seele geschrieben werden.

Weiters sind in dem Buch au�er f�r Vergleiche, handlungstechnisch keine Verbindung zwischen Brigitte und Paula erkennbar. Sie leben an unterschiedlichen Orten und treffen sich nie.
Am Ende merkt man, dass Paula dort angelangt ist wo Brigittes Geschichte angefangen hat, n�mlich in der Miederfabrik, aber ohne Familie in einer winzigen Wohnung. Man k�nnte annehmen, dass Paula einen neuen Mann findet und vielleicht dasselbe wie Brigitte durchmacht, wobei man beachten muss, dass Brigittes Aussehen ausschlaggebend f�r ihren Erfolg war und Paula nichts hat, au�er ihrer Reinlichkeit.

Vielleicht wird Brigitte das selbe Schicksal ereilen wie ihre Schwiegermutter, die ja genauso nichts war, bis sie einen Fernfahrer geheiratet hat, wie im Buch h�ufig erw�hnt wird. Sie k�nnte mit ihrem Heinz in einem Altersheim landen, ihr Sohn erbt das Gesch�ft und ihre Tochter heiratet einen wohlhabenden Mann - wenn sie die Voraussetzungen erf�llt.
Meiner Meinung nach, war trotz der vorherrschenden Monotonie, die ja ein wichtiges Element f�r die Bedeutung des Werkes ist, das Buch durch die Thematisierung der Rolle der Frau sehr angenehm zu lesen. Dieser kaltherzige Schreibstil hat es mir sehr angetan, denn niemand wurde in diesem Werk f�r �Gut� befunden. Insbesondere dieses frauenfeindliche Umfeld, von M�nnern und von der Frau selbst geschaffen, ist sehr gut von Jelinek dargestellt.
Anf�nglich tut man sich zwar schwer, da man Satzanf�nge �berliest und manchmal den Faden verliert, aber im Laufe der Zeit gew�hnt man sich daran und bekommt das Gef�hl, dass sich nie etwas �ndert im Leben der beiden. Es hat gut getan einmal Abseits einer korrekten Rechtschreibung zu lesen, doch auf Dauer w�rde ich solche B�cher nicht empfehlen, da sie dann eventuell auf die eigene Rechtschreibung Einfluss haben.

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