Faust - Szene Nacht und Szene Dom



  • Titel: Faust - Szene Nacht und Szene Dom
  • Autor: Fiona
  • Beschreibung: Szenenanalyse von "Nacht" sowie "Dom" aus Goethes Faust. Mit Inhaltsangabe und Stilmittelanalyse.
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Szene Nacht (3620-3775) und Szene Dom (3776-3834)

Inhalt



In der Szene „Nacht“ erscheint Gretchens Bruder Valentin und beklagt sich über die Entwicklung Gretchens:„Du fingst mit Einem heimlich an, Bald kommen ihrer mehre dran, Und wenn dich erst ein Dutzend hat, So hat dich auch die ganze Stadt.“

Faust und Mephistopheles unterhalten sich derweil über die anstehenden Walpurgisnacht und Fausts Absichten bei Gretchen, wobei Mephistopheles ihm nicht richtig zuhört und sich die nächste Nacht bildlich vorstellt. Trotzdem singt er Faust, wohl um ihn zu beruhigen, „ein moralisch Lied“. Dabei begegnen sie Valentin, der Mephistos Instrument zerstört und ihm den Schädel spalten will. Faust will fliehen, doch Mephisto drängt ihn zum Kampf und verspricht ihm „Nur zugestoßen! Ich pariere.“

Faust tötet Valentin mit der Kraft Mephistos und beide fliehen.

Die Nachbarschaft entdeckt den sterbenden Valentin; auch Gretchen ist darunter. Er verspottet sie noch im Tod als „Du bist doch nun mal eine Hur“.

In der Szene „Dom“ sitzt Gretchen mit vielen anderen Menschen in der Kirche und ein böser Geist redet auf sie ein, während gleichzeitig die Menschen im Chor singen. Der Geist macht ihr mit der toten Mutter und der früheren Unschuld ein schlechtes Gewissen und weist sie auf eine etwaige Schwangerschaft mit „Und unter deinem Herzen, Regt sich’s nicht quillend schon, Und ängstet dich und schon, mit ahnungsvoller Gegenwart?“ hin.

Gretchen verkraftet das alles nicht und fällt in Ohnmacht.
Einordnung der Szenen in den Gesamtzusammenhang
Nacht

Faust und Mephisto werden mit dem Ärger von Gretchens Bruder über deren Verführung konfrontiert. Valentin kann nicht akzeptieren, wie sich der Ruf und das Leben sein Schwester gewandelt hat. Faust kämpft gegen seinen Willen mit ihm und tötet ihn sogar. Mephistos Rolle als Diener wandelt sich in die eines Führers und Fausts Unmoralität wird deutlich.

Mephisto bestimmt den Weg, den Faust gehen soll und nimmt auch Opfer in kauf um seine Wette zu gewinnen. Faust ist nicht nur unreligiös, sondern auch vollkommen desinteressiert an Mitgefühl.

Gretchen hat nach dem Verlust ihrer Mutter nun auch den Mord am Bruder zu verarbeiten. Er beschuldigt sie „eine Hur“ zu sein und bald eine Prostituierte für die ganze Stadt zu sein. Gretchen ist fassungslos. Hier beginnt ein Reflektionsprozess der eigenen Geschichte und der Beziehung zu Faust.

Dom


Gretchen, mit Faust geschlafen und schwanger, die Mutter tot, mit Lischen über Bärbel geredet und nun in einer ähnlichen Situation. „Dom“ ist der Wendepunkt und zugleich der Höhepunkt von Faust I, zumindest für das Gretchendrama. Eingeleitet wird dieser mit dem Tod des Bruders und dessen Verunglimpfungen auf dem Sterbebett, die einer gesellschaftlichen und damit auch sozialen Ächtung führen..

Für Gretchen geht es nun an Berg ab und sie sieht Faust erst im Kerker wieder, der sich während Gretchen leidet bei der Walpurgisnacht amüsiert. Gretchen verdrängt eine Schwangerschaft und die Stimme ihres Gewissens, der böse Geist, wird aber von all den Erfahrungen überwältigt und ihr Körper sackt zusammen. Es herrscht eine große Zerrissenheit in ihr, weil sie ihr altes Leben (Frömmigkeit), „Wie anders. Gretchen war dir’s, Als du noch voll Unschuld hier zum Altar tratst, Aus dem vergriffnen Büchelchen Gebete lalltest, , Halb Kinderspiele, Halb Gott im Herzen!“ nicht mit dem neuen Leben (Sünde, Leidenschaft, Lust), „Ihr Antlitz wenden Verklärte von dir ab, Die Hände dir zu reichen, Schauert’s den Reinen. Weh!“, vereinen kann und all dies wird ihr in der Kirche klar, beeinflusst von den braven Gesängen der Mitbürger und Mitbürgerinnen.
Stilmittel

Ein wichtiges Stilmittel, dass Goethe in der Szene „Dom“ benutzt ist „Dies Irae“. Dies ist ein lateinischer Gesang der für die Totenmesse benutzt wird und auf das Jüngste Gericht vorbereitet. Im Folgenden nur die Übersetzungen der von Goethe verwendeten Liedfragmente.
Dies irae dies illa,
Solvet saeclum in favilla
Tag der Rache, Tag der Sünden,

Wird das Weltall sich entzünden
Iudex ergo cum sedebit,

Quidquid latet apparebit:

Nil inultum remanebit.
Sitzt der Richter dann zu richten,

Wird sich das Verborgne lichten;

Nichts kann vor der Strafe flüchten
Quid sum miser tunc dicturus?
Quem patronum rogaturus?
Cum vix iustus sit securus
Weh! Was werd ich Armer sagen?
Welchen Anwalt mir erfragen,
Wenn Gerechte selbst verzagen
Quid sum miser tunc dicturus?

Weh! Was werd ich Armer sagen?

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