Die Ehre in Effi Briest ( Facharbeit)



  • Titel: Die Ehre in Effi Briest ( Facharbeit)
  • Autor: LeaE
  • Beschreibung: Eine ausführliche Facharbeit zu Theodor Fontanes Roman Effi Briest mit Bezug auf das Thema "Ehre". Enthält eine Inhaltsangabe und Analyse/Interpretation.
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1.Einleitung
Für mein Facharbeit habe ich das Thema Ehre und Ehre im Bezug auf Theodor Fontanes Roman Effi Briest gewählt , da mich die Kritik an der Gesellschaft und deren moralische Aspekte ansprechen. Der Schriftsteller Theodor Fontane, Autor von zahlreichen anderen Romanen, Novellen und Gedichten gilt als der bedeutendste Vertreter des deutschen poetischen Realismus. Eines seiner bedeutendsten Werken war 'Effi Briest' , ein Gesellschaftsroman der die Ehre und die damit verbundenen Rituale aufgreift und Anlass gibt sich darüber Gedanken zu machen .Im Folgenden möchte ich mich damit beschäftigen wie die Ehre in Fontanes Roman dargestellt und gehandhabt wird und wie die Ehre zur Zeit des Epochenumbruchs aber auch heute verstanden wird und was für Folgen eine Verletzung der Ehre hatte. Zu Beginn werde ich den Begriff Ehre genauer definieren und darstellen, wie Verstöße gegen die Ehre gehandhabt wurden und heute werden. Danach fasse ich den Inhalt von Effi Briest kurz zusammen um die danach folgende Analyse des Kapitels, dass am meisten Aussagen über das damalige Verständniss der Ehre trifft klarer zu machen. Zum Schluss werde ich die Haltung von Theodor Fontane wiederspiegeln um zu zeigen, wie er damals schon den Begriff der Ehre hinterfragt hat.

2.Ehre
Als Ehre bezeichnet man die Achtungswürdigkeit die ein Mensch verdient, sie kann jemandem als Mitglied einer Gesellschaft (oder eines Kollektivs) zuerkannt werden ,sie kann aber auch von einem Menschen zugesprochen werden .
Gegenüber jemandem, dem man sich an Ehre unterlegen fühlt, gibt man sich ehrerbietig. Jemanden zu ehren bedeutet, ihm seine gebührende Ehre zuzuerkennen4.
Wurde die Ehre verletzt , so wurde sie ab dem 16.Jahrhundert bis zur Mitte des 17.Jahrhunderts meistens durch Gewalt (Duell) wieder hergestellt ,auch wenn das keinesfalls legitim war wurde diese Methode , die gewaltsame Wiederherstellung der Ehre, allgemein gebilligt .Das Duell als Mittel die Ehre wiederherzustellen gibt es schon seit in der Antike Menelaos gegen Paris kämpfte (laut Homers Ilias) 5.
Die Ehre wurde vom Wert her über die Freiheit der individuellen Selbstbestimmung und des persönlichen Glücks gestellt, d.h. die persönliche Ehre wieder herzustellen war Priorität, selbst wenn man dafür das Glück einbüßen musste.
Die Ehre verliert man wenn man blamiert oder gedemütigt wird, man verliert auch sein Gesicht4.Doch wie wird ein Verstoß gegen die Ehre heute bestraft?
Im Strafgesetzbuch steht folgendes:
Straftaten gegen die Ehre § 185 [Beleidigung]
„Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“6
Als Beleidigung wird die öffentliche Missachtung oder Nichtachtung einer Person angesehen, also die öffentliche Verletzung der Ehre eines anderen. 8
Die Ehre eines Menschen kann man auf verschiedenen Wegen verletzten, durch eine Geste (‘Vogel zeigen’), verbal ("Du Idiot!"), schriftlich oder auch durch körperliche Einwirkung (Anspucken → tätliche Beleidigung).
Beleidigung innerhalb der engsten Sphäre, d.h. innerhalb der Familie bzw. dem engsten Bereich der Vertrauten ist im Gesetzbuch nicht verboten, da sonst die Privatsphäre des Menschens beschädigt wäre.
Was als Beleidigung anzusehen ist, hängt von den speziellen Umständen ab. Bei der Beurteilung müssen die Anschauungen und die Ausdrucksweise der Beteiligten, der Zusammenhang in dem die Auseinandersetzung steht sowie das Umfeld betrachtet werden.
Die Wahrheit allein gilt noch nicht als Beleidigung. 8

Ehre in Effi Briest
Der Begriff 'Ehre' ist für Theodor Fontanes Roman sehr prägend, da er für Effis und Instettens Schicksal so bedeutsam war. Wie bereits erklärt wurde die Ehre damals anders verstanden als heute und im Bezug auf den Roman fällt es also schwer Schuldzuweisungen zu treffen.
Instetten, von der Gesellschaft unter Druck gesetzt, ist sich seiner Situation bewusst als er Crampas zum Duell auffordert, doch da er nicht der einzige ist der von der Affäre seiner Frau weiß fühlt er sich genötigt seine Ehre zu wahren.
Die Gesellschaft in der Effi und Instetten leben lässt sich einfach als Schamkultur7 benennen .In dieser Schamkultur gilt es nicht , dass Crampas sich schuldig fühlt die Frau eines anderen Mannes verführt zu haben (das wäre in einer Schuldkultur) sondern, dass Instetten beginnt darüber nachzudenken wie er jetzt da steht und wie unbedeutend er sein mag. In dieser Schamkultur bewertet sich Instetten also danach, wie andere ihn sehen, also als betrogenen Ehemann. Realistischer für die heutige Zeit wäre es eindeutig, die Frau zu beschuldigen, da sie den Ehebruch begangen hat, als den Mann dafür zu verstoßen das er betrogen wurde. Jedoch war das Gedankengut der damaligen Gesellschaft anders und Instetten wurde beschämt und damit also verpflichtet seine Ehre wieder herzustellen um zu vermeiden von der Gesellschaft abgelehnt zu werden. Instetten orientiert sich also nach der Gesellschaft und nach dem Ideal, dem er sich anpassen muss, dass erklärt auch wieso er letztendlich den Weg wählte, der ihn am unglücklichsten machte.

3.Effi Briest

Inhalt:
Effi Briest ist ein Roman von Theodor Fontane, der 1896 erschienen ist .Der Gesellschaftsroman wird dem poetischen Realismus zugeordnet im Kaiserreich unter Otto von Bismarck und in einer Gesellschaft die dadurch geprägt ist , dass sie festgelegten Normen folgt , die teils sehr fraglich sind.
Effi heiratet im Alter von 17 Jahren den Freiherr von Instetten, der früher ihre Mutter verfallen war und sehr angesehen und wohlhabend ist. Effi ist nicht sehr glücklich in ihrer Ehe und ist verängstigt weil sie glaubt ein Chinese suche nachts ihr Haus heim und spuke dort, außerdem langweilt sie sich in dieser adeligen jedoch versteiften Gesellschaft. Effi trifft während einem Spaziergang eine Frau namens Roswitha, mit der sie sich anfreundet und als Kindermädchen für ihr zukünftiges Kind einstellt.
Effie bekommt eine Tochter neun Monate nach der Hochzeit und tauft diese Anni .Auf der Taufe von Annie flirtet Effie mit dem Major von Crampas, der als Frauenheld bekannt ist und verheiratet ist. Effi wiedersteht ihm seine Zeit lang beginnt dann doch eine Affäre mit ihm. Effi wird während dieser Zeit von Gewissenskonflikten geplagt und als ihr Ehemann Instetten nach Berlin versetzt wird und sie umziehen müssen nutzt sie diese Zeit um ihre Liebschaft zu vergessen.
Sechs Jahre später ist Effi krank und muss in die Kur in Bad Ems und Instetten findet durch Zufall Briefe von Crampas an Effi die deren Verhältniss offenbaren.
Um seine Ehre zu retten entschließt sich Innstetten Crampas zu einem Duell herauszufordern, das Crampas auch annimmt.
In dem Duell unterliegt Crampas und verstirbt. Effi erfährt von dem Duell und Crampas Tod während sie in der Kur ist durch einen Brief den ihre Eltern ihr geschrieben haben. In diesem Brief steht auch das eine Rückkehr zu ihnen für Effi unmöglich ist , da Effi von der Gesellschaft verstoßen ist und ihre Eltern es dann auch wären , wenn sie das Vergehen ihrer Tochter durch ihre Rückkehr erdulden würden .Effi ist also nun isoliert ,verstoßen von ihrem Mann ,ihrer Tochter und ihren Eltern und lebt in Berlin wo sie sich ihre Zeit mit malen vertreibt. Ihre Freundin Roswitha ist ihr jedoch nach wie vor Treu. Effi trifft sich während dieser Zeit einmal mit ihrer Tochter, die von ihrem Vater jedoch 'dressiert' und Effi entfremdet wurde.
Effie erleidet einen Zusammenbruch und auf Geheiß des Arztes erklären sich ihre Eltern dazu bereit sie zu sich zurück zu nehmen damit sie gesund werden kann.
Sie wird kurzzeitig etwas gesünder kann sich jedoch nicht komplett erholen da der Schmerz der über ihr liegt zu tief ist. Kurz vor ihrem Tod nimmt sie die Schuld auf sich und alle Schuld von Instetten, der immer erfolgreicher wird sich jedoch nicht mehr darüber freuen kann da er seine Effi verloren hat.
Im Alter von 29 Jahren stirbt Effi und wird begraben. Als ihre Eltern an ihrem Grab stehen überlegt ihre Mutter laut ob sie eine Mitschuld an dem Schicksal ihrer Tochter trägt, Effis Vater weist alle Schuld von sich.

4. Analyse (Interpretation)
Innstetten will Sachen in ein Nähtischchen legen, als ihm unter diesen ein Stapel zusammen gebundener Briefe mit einem roten Faden darum auffällt. Er erkennt die Schrift auf den Briefen, die er nur flüchtig beäugt nach einer Weile und kann sie nach kurzer Überlegung dem Major Crampas zuordnen. Trotz einigen Bedenken die er hat entscheidet er dann sich in sein Arbeitszimmer zu begeben um die Briefe in Ruhe lesen können, die ihm dann eine Affäre von seiner Frau zum Major Crampas beweisen.
Instetten hat also den von Effi begangenen Ehebruch entdeckt ,vor dem entscheidenden Duell steht jedoch noch ein Gespräch mit Wüllersdorf, den Instetten am gleichen Abend noch zu sich bestellt hat. Instetten bittet Wüllersdorf die Duellherrausforderung zu überbringen und sein " Sekundant zu sein" (S.233, Z.15f) 2, er hofft also auf die Unterstützung seines Freundes in dieser schwierigen Situation.
Wüllersdorf fragt "Muss das sein?" (S.233, Z.19) 2 und daraus entbricht die zentrale Diskussion des Kapitels. Die naive Frage Wüllersdorfs zeigt , dass er es nicht für dringend notwendig hält , vor allem da der von Effie begangene Ehebruch nicht genau genug beschrieben ist, als das man beurteilen könnte wie schwerwiegend er genau war , klar ist jedoch das unabhängig davon Instettens Ehre in den Vergangenen sechs Jahren nach diesem Ehebruch keinerlei Schaden erlitten hat und auch nicht würde wenn er nicht auf das Duell bestehen würde."Was schwerer wiegt als mein Unglück, ist der Fleck auf meiner Ehre" (S.236, Z.13ff.) 2, sagt Instetten, hier wird verdeutlicht, dass alleine die Tatsache das sein Vertrauter Wüllersdorf über den Ehebruch bescheid weiß Instetten dazu zwingt ein Duell zu fordern, das es nicht um den Ehebruch selbst sondern lediglich um die Wiederherstellung der Ehre geht. Kurz gesagt Vertraut Instetten seinem Freund nichtmals so weit, dass er darüber still halten würde und Instetten sieht keinen anderen Ausweg. Instetten fürchtet "[...] von diesem Augenblicke an Gegenstand ihrer Teilnahme" (S.263, Z.26f.) 2 zu sein, er würde also sobald andere Leute darüber erfahren würden von ihnen bemitleidet werden. Interessant ist hier auch , das Instetten nichtmals Namen nennt er sagt nur "ihrer Teilnahme" ,es geht hier nicht mal um spezielle Personen, bei denen es Instetten wichtig ist was sie über ihn denken sondern einfach um die Masse. Durch Wüllersdorfs Mitwisserschaft hat Instetten also das Problem, das bis vor wenigen Momenten sein eigenes und privates war zu einem öffentlichem, gesellschaftlichem gemacht. Instetten muss nun, da sein Problem öffentlich ist auch nach der für die Öffentlichkeit üblichen Vorgehensweise das Problem lösen und das bedeutet ein Duell bestehen und sich von seiner Frau trennen. Die Notwendigkeit des Duells ist also sehr fragwürdig und beweist den großen Einfluss der Gesellschaft auf das Individuum1. Das Duell selbst ist also eine Art Ritual das hinterfragt wird , doch letztendlich traut sich Instetten nicht sich dagegen zu stellen .Instetten ist überzeugt davon verpflichtet zu sein sich Crampas zu stellen und Wüllersdorf als aufgeklärter Denker (Wüllersdorf steht hier als Repräsentant der Vernunft )stimmt diesem Vorhaben letztendlich zu und hilft indem er die Aufforderung zum Duell an Crampas übermittelt.
Instettens Zwiespalt wird sehr deutlich: Instetten als ein Mann, der voller Prinzipien steckt, die moralisch fragwürdig sind und Instetten als ein Individuum, dass die Fehler in diesen Grundsätzen und Prinzipien in der Gesellschaft erkennt, ihnen jedoch nicht mehr zu entkommen vermag. Die Erkenntnis, dass ihn die Folgen des Duells nur unglücklich machen können hat Instetten schon längst erlangt. Instetten sagt, er sei "gekränkt, schändlich hintergangen [...] aber ohne jedes Gefühl von Hass [...] oder Rache" (S.234, Z.26ff.) 2."Ich liebe meine Frau [...] ich liebe sie noch"(S.234, Z.34) 2 zeigen Instettens eigentliche Haltung zu der Situation, er möchte eigentlich alles so belassen wie es ist und die Briefe niemals gelesen haben. Er fühlt sich nur so unter Druck gesetzt seine Ehre zu verteidigen das er sich letztendlich doch dem Duell stellt, denn "das tyrannisierende Gesellschafts-Etwas [...]fragt nicht nach Charme und nicht nach Liebe und nicht nach Verjährung. Ich habe keine Wahl. Ich muss."(S.234/////5) 2.
Instetten fragt Wüllersdorf "Wie stehen sie dazu?" (S.234 ,Z.11f.)2 und Wüllersdorf antwortet "Unser Ehrenkultus ist ein Götzendienst, aber wir müssen uns ihm Unterwerfen, solange der Götze gilt ".Mit dieser Antwort akzeptiert Wüllersdorf das bevorstehende Duell, obwohl er durch seine Antwort eher klein beigibt und sich eingesteht unfähig zu sein sich gegen die Gesellschaft zu wehren.
Schlussfolgernd zeigt dieses Kapitel, dass die Ehre und die Kontrolle der Gesellschaft eine solche große Macht über den Einzelnen hat, das dieser bereit ist sein ganzes Glück aufzuopfern um den Konventionen dieser Zeit zu entsprechen.

5.Fontanes Meinung
Das Besondere an Effi Briest im Vergleich zu anderen Gesellschaftsromanen von Fontane ist , dass die Handlung in Effi Briest zum großen Teil in Gesprächen stattfindet ,die Thematik des Buches ist also etwas indirekter ,man muss
"zwischen den Zeilen lesen".
Fontane erlaubt sich nicht in seinem Roman eine direkte Schuldzuweisung zu treffen, stellt aber das Duell als ein Ritual dar, das lediglich den Sinn hat ein Ritual zu sein und alle Beteiligten ins Verderben stürzt. Fontanes Meinung ist in dem Gespräch zwischen Wüllersdorf und Instetten zu lesen. Wüllersdorf, der zuerst versucht das Duell aufzuhalten, steht als Vertreter für den aufgeklärten Mann und die Vernunft selbst, beugt sich jedoch später dem Willen der Allgemeinheit.
Effis Mutter räumt am Ende ein, dass Effi vielleicht doch zu jung war, als sie heiratete. Auch sie begreift, dass der tragische Verlauf von Effis und Instettens Schicksal einfach zu verhindern gewesen wäre, wenn man es sich nur getraut hätte sich gegen die Norm der Gesellschaft aufzulehnen anstatt sie stumm zu hinterfragen und letztendlich doch dem Willen der Allgemeinheit zu folgen. Effi selbst akzeptiert die Ehe von Anfang an ,es hat jedoch eher den Charakter einer Vorteilsehe als einer Liebesehe , was beiden vorher bewusst ist, durch den dramatischen Verlauf erkennt man jedoch auch hier das Fontane dies nicht gut heißt. Effi verzeiht ihrem Mann kurz vor ihrem Tod, was zeigt, dass sein Verhalten für sie ein unabwendbares Schicksal war. Sie findet sich also am Ende, kurz vor ihrem Tod damit ab unter der strengen Norm der Gesellschaft zu leben und gibt die Möglichkeit auf individuell zu leben und handeln.
Fontanes Effi Briest ruht auf einer wahren Begebenheit, die Fontane zum Teil abgeändert hat.
Eine Skandalgeschichte von1886 diente als Grundlage für den Roman Effi Briest, eine Frau namens Else heiratet den Offizier Armand von Ardenne und beginnt nach einigen Jahren Ehe eine andauernde heimliche Beziehung. Armand wird misstrauisch und entdeckt in einer Kassette die Affäre seiner Frau. Daraufhin fordert Ardenne seinen Rivalen zum Duell auf und verwundet ihn so schwer, dass dieser an seinen Wunden stirbt. Armand trennt sich von Else3.
Die Tatsache , dass Fontane dieser historischen Geschichte noch sechs Jahre dazu gegeben hat , zwischen Ende der Affäre und Entdeckung der Affäre zeigt , dass die Situation in seinem Roman Effi Briest noch verharmlost wird3. Diese sechsjährige 'Pause' bewirkt ,da Instettens persönliche Kränkung so lange schon unentdeckt und sogar unbedeutend war, dass es nur noch übertriebener wäre sie öffentlich zu machen um sie zu beheben, und dafür einen so großen Preis zu zahlen wie das eigene Glück. Diese Pause unterstreicht auch noch, dass weder Hass noch Rachegelüste ihn dazu bewegen Crampas zum Duell aufzufordern sondern einzig und allein, wie er sagt "der Fleck auf meiner Ehre" (S.236, Z.13ff.)2.
Der historische Instetten, Armand ist Offizier und steht damit mitten im preußischen Militarismus, für ihn ist ein Duell also noch wesentlich notweniger als für Instetten, da er verpflichtet ist seinen Ruf als Offizier aufrecht zu erhalten. Auch wenn es nirgends schriftlich belegt ist zeigt sich in Fontanes Roman trotzdem seine kritische bis ablehnende Haltung gegenüber dem Duell und dem Verständniss der Ehre selbst.

6. Fazit
Der Begriff Ehre wurde also in den letzten Jahrhunderten immer wieder neu verstanden und definiert. Ein gutes Beispiel für das damalige Verständniss der Ehre ist Effi Briest, da Fontane darstellt wie wichtig es für die damalige Gesellschaft war die eigene Ehre zu wahren.
Schlussfolgernd kann man behaupten, dass Instettens Entscheidung das Duell aufzunehmen zu schädlich für das eigene Glück ist, dass man es empfehlen könnte, sogar er selbst wusste das es kein glückliches Ende nehmen würde. Jedoch hoffe ich, dass ich rückblickend die damaligen Umstande und Ansichten soweit erklären konnte das Instettens Handlungen doch in einem kleinem Maße nachvollziehbar werden konnten, so ist es jeweils mir ergangen. Letztendlich sehe ich persönlich die Hauptcharaktäre in Effi Briest nicht weiterhin als Opfer ihrer selbst sondern als Opfer einer Gesellschaft die zu wenig Platz ließ für einen anderen Ausweg.
Instettens mangelndes Vertrauen zu seinem Freund zeigt in meinen Augen nicht den sinnentleerten Begriff der Freundschaft zur damaligen Zeit, sondern ist eher ein Armutszeugniss der Gesellschaft, da man allgemein bereit war sich selbst für die Ehre und die Ehre des Kollektivs aufzuopfern und die Furcht vor Verlust der Ehre schwerwiegender war als ein Vertrauen in eine tiefe Freundschaft je hätte sein können.

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