Die Bürgschaft - Darstellungen der Figuren



  • Titel: Die Bürgschaft - Darstellungen der Figuren
  • Autor: Azad Quell
  • Beschreibung: Eine Charakterisierung und Interpretation von Friedrich Schillers: Die Bürgschaft - kostenlos auf Hausaufgabenweb.
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2. Erörtern Sie den pol. Gehalt des Gedichts. Wie wird der Tyrann dargestellt, wie der Attentäter und sein Freund? Wie sieht ihr jeweiliges Wertesystem aus?

Bei der Charakterisierung der Figuren „Dionys“, „Damon“ und „Damons Freund“ aus Friedrich von Schillers 1798 erschienenem Gedicht „Die Bürgschaft“ ist zu unterscheiden zwischen viererlei Eindrücken, die die auftretenden Personen auf den Leser machen und aufgrund derer er sich ein Bild vom Charakter der Figuren zeichnet: erstens der vom Autor durch seine Wortwahl direkt (denotativ) oder indirekt (konnotativ) entstehende, zweitens der durch der Personen Handlungen auftretende, drittens der sich durch die Eigensicht der zu charakterisierenden Person auftuende, viertens der durch die Fremdsicht, die Beurteilung des zu Charakterisierenden durch andere Personen entspringende.

Damit wären wir bei Damons namenlosem Freund. Dieser vertraut seinem Gesellen blind und scheint einem ähnlichen Wertesystem zuzugehören. Unser Bild von ihm ist erstens zurückzuführen auf das beschreibende Wörtchen „treu“ (Str. 5, Z. 1), und zweitens auf seine Einwilligung zur Bürgschaft und die Umarmung des Damon, also konkrete Taten. Er bleibt das Gedicht über stumm, und erscheint uns trotzdem als aufrichtig und gut.

In der letzten Strophe vollzieht sich nun dergestalt ein Sinneswandel, dass Dionys’ Überwältigung von Damons unerwarteter Ankunft in einer „dramatischen letzten Sekunde“ ihn dazu veranlaßt, sein Einstellung zur Treue grundlegend zu ändern. Hier machen wir uns das erste mal eine Vorstellung von Dionys, die auf seine eigenen Worte und Taten und nicht auf Schillers Sicht oder einer Fremdsicht beruht – es ist eine eindeutig positive Vorstellung. Dionys möchte die Treue künftig nicht mehr als „leere[n] Wahn“ verstehen – also einer Idee, der man verfallen ist (Wahn), ohne sich deren Leere bewusst zu sein. Der Tyrann unterwirft sich also plötzlich diesen Ideen von Freiheit – die Befreiung vom Joch der Tyrannei, Gleichheit – die Nicht-Existenz eines über den Übrigen stehenden Despoten, und Brüderlichkeit – die Solidarität, Treue und Liebe, die die beiden Freunde sich entgegenbringen. Dieser Wandel ruft nicht zuletzt die Frage hervor, wie diese Utopie – denn als nichts anderes ist dieses dramatische Gedicht mit einem Ende, das zu schön ist um wahr zu sein, zu verstehen – weitergehen wird. Die konsequente Fortführung wäre ein Verzicht des Dionys auf seinen Posten und die Etablierung der Werte Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – die Leitmarken der Französischen Revolution.

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