Literatur im Dritten Reich



  • Titel: Literatur im Dritten Reich
  • Autor: anonym
  • Beschreibung: Eine Übersicht zur Literatur im Dritten Reich (NS). Enthält Infos zu Exilliteratur uvm.
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Drittes Reich:

1. Geschichtlicher Hintergrund zum Dritten Reich:


  • Am 30.Januar 1933 feierten die Nationalsozialisten den Tag ihrer Machtübernahme
  • Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler bedeutete nun das endgültige Aus für die Weimarer Republik und zwangsläufig auch der Demokratie
  • Dies wurde deutlich, als Hitler die Auflösung des Reichstages am 01.02.1933 anordnete
  • Nach dem Reichtagsbrand wurde eine Notverordnung unterzeichnet, nachdem auf legalem Weg verfassungsmäßige Grundrechte wie persönliche Freiheit, Meinungs- und Versammlungsfreiheit außer Kraft gesetzt wurden, wodurch es den Nationalsozialisten möglich wurde, ihre politischen Kontrahenten zu verfolgen und zu vernichten
  • Durch massive Propaganda sollte der Bevölkerung eine klare Linie vorgegeben werden
  • Personen, die sich gegen das Regime stellten, oder Gruppierungen, die nicht in das Idealbild der Nationalsozialisten passten, wurden verfolgt und vernichtet
  • 01.September 1939: Beginn des Zweiten Weltkriegs durch Polenfeldzug (bis 1945)
  • 02.August 1945: Potsdamer Abkommen (GB, Sowjetunion und USA verhandeln über Zukunft Deutschlands)


2. Literatur:


  • Nur wenige Monate nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann mit der Bücherverbrennung am 10.Mai 1933 die von den Nationalsozialisten propagierte “geistige Erneuerung” von Kunst und Literatur
  • Das Hauptamt für Presse und Propaganda der Deutschen Studentenschaft organisierte die Vernichtung des deutschen Kulturgutes unter dem Motto “Wider den undeutschen Geist”
  • Die Werke von 131 Autoren wurden verbrannt, darunter unter anderem Bücher von Sigmund Freud, Erich Kästner, Berthold Brecht, Franz Kafka, Albert Einstein, Thomas Mann, Karl Marx und Kurt Tucholsky
  • außerdem wurde eine so genannte “Schwarze Liste” mit den 131 Autoren veröffentlicht, deren Werke aus den Bibliotheken und Buchhandlungen entfernt werden mussten
  • Bei der “Säuberung” öffentlicher Bibliotheken wurden allein in Berlin bis Ende Mai 1933 rund 10.000 Tenter Literatur beschlagnahmt
  • Ein Jahr später umfasste die “Schwarze Liste” mehr als 3.000 Titel verbotener Bücher und Schriften
  • Im Dritten Reich sollte sich eine Literatur etablieren, die bevorzugt Idealisierung von Bauerntum und Volksgemeinschaft, Kriegs- und Heldendarstellungen (wie bei Werner Beumelbergs “Bismarck gründet das Reich” (1932)) und Blut- & Bodenideologie zum Thema hatte
  • Viele von den schon vor 1933 bekannten Autoren erlangten großes Ansehen, sofern ihre Werke den Vorstellungen der Nationalsozialisten entsprachen


Josef Weinherber:
Treue


Es war seit je der Deutschen Brauch
die Treue bis zum letzten Hauch.
So schwören wir in großer Not
die alte Treue bis zum Tod!
Wem schwören wir? Dem starken Mann,
dem Führer schwören wir voran,
alsdann dem Blut, dem Land, dem Reich,
ist keine Treu der unsern gleich.
Ist keine Treu der seinen gleich,
so fügte sich, so strahlt das Reich.
In fernen Sagen sei’s gesagt,
was Treu um Treu getan, gewagt.


(aus: Die deutschen Tugenden im Kriege)
(1940)


  • 1933 wurde die Reichsschrifttumskammer (RSK) geschaffen, die es sich zur Aufgabe machte, die Literatur zu kontrollieren und neu zu ordnen
  • Die Werke mussten mit dem Weltibld der Nationalsozialisten übereinstimmen
  • Zudem durften Schriftsteller ihren Beruf nur dann ausüben, wenn sie Mitglied der RSK waren
  • Bedeutete für Juden und politische Gegner Berufsverbot
  • 1936: Kritik an Kunstwerken wird verboten und Kunstkritiker wird zu Kunstschriftleiter
  • Es sollte nicht gewertet werden, sondern eine Darstellung und somit eine Würdigung des Textes geschaffen werden
  • Neben der NS-Literatur entwickelte sich ab 1933 im Deutschen Reich aber auch eine nicht systemkonforme Literatur
  • Diesere “Innere Emigration”, der Begriff wurde geprägt von Frank Thieß, bezeichnet Schriftsteller, die trotz ihrer kritischen bis ablehnenden Haltung in Deutschland blieben und ihr Werk fortsetzten, teilweise unter Lebensgefahr
  • Die Schriftsteller vercuhten, in der Natur, in der christlichen Heilsgeschichte und in dem klassisch-humanistischen Erbe eine Alternative zur NS- Ideologie zu eröffnen
  • Viele Autoren zogem sich jedoch auch ins Privatleben zurück und publizierten nichts mehr
  • Im Gegensatz dazu hatten bereits nach der Bücherverbrennung viele Künstler und Intellektuelle Deutschland verlassen und lebten im Exil


3. Exilliteratur:


  • Als Exilliteratur bezeichnet man die seit 1933 außerhalb Deutschlands, seit 1938 außerhalb Österreichs entstandene und veröffentlichte Literatur
  • Die Zentren der Exilliteratur waren Paris, Amsterdam, Zürich, Prag, Moskau und Stockholm
  • nach dem Ausbruch des Krieges fand man Emigrantenliteratur verstärkt in den USA, Mexiko, Argentinien und Palästina
  • Durch politische Verhältnisse blieb den Autoren und ihrer Literatur der Zugang zu den Lesern im deutschen Reich verschlossen
  • Viele Autoren wurden aufgrund der Ächtung der Juden zur Auswanderung gezwungen
  • Andere emigrierten aus Protest, obwohl man ihre Werke im deutschen Reich duldete oder sie sogar gerne weiterhin im deutschen Reich als Autoren behalten hätte
  • Eine andere Gruppe von Schriftstellern endete aufgrund des politischen Drucks durch Freitod
  • Einige Autoren sind nicht erst 1933 aufgrund der Verfolgungen von Literatur ins Exil gegangen, sondern viele sahen sich bereits zur Zeit der Weimarer Republik und des Kaiserreichs Beschränkungen in ihrem literarischen Schaffen ausgesetzt
  • Viele Autoren waren bereits vor ihrer Emigration im Ausland bekannt und hatten somit keine Schwierigkeiten, ihre schriftstellerische Existenz fortzuführen
  • Andere Autoren, die bisher nur in Deutschland ein Publikum gefunden hatten, waren jedoch oft zum Untergang verurteilt
  • Einige Autoren kehrten nach Ende des Krieges 1945 wieder in ihr Heimatland zurück, andere kehrten erst sehr viel später zurück und manche blieben für immer im Ausland


Bertolt Brecht:
Über die Bezeichnung Emigranten


Immer fand ich den Namen falsch, den man uns gab: Emigranten.
Dass heißt doch Auswanderer. Aber wir
Wanderten doch nicht aus, nach freiem Entschluss
Wählend ein anderes Land. Wanderten wir doch auch nicht
Ein in ein Land, dort zu bleiben, womöglich für immer.
Sondern wir flohen. Vertriebene sind wir, Verbannte.
Und kein Heim, ein Exil soll das Land sein, das uns aufnahm.
Unruhig sitzen wir so, möglichst nahe den Grenzen
Warten des Tags der Rückkehr, jede kleinste Veränderung
Jenseits der Grenze beobachtend, jeden Ankömmling
Eifrig befragend, nichts vergessend und nicht aufgebend
Und auch verzeihend nichts, was geschah, nichts verzeihend.
Ach, die Stille der Stunde täuscht uns nicht! Wir hören die Schreie
Aus ihren Lagern bis hierher. Sind wir doch selber
Fast wie Gerüchte von Untaten, die da entkamen
Über die Grenzen. Jeder von uns
Der mit zerissenen Schuhn durch die Menge geht
Zeugt von der Schande, die jetzt unser Land befleckt.
Aber keiner von uns
Wird hier bleiben. Das letzte Wort
ist noch nicht gesprochen.

(1937)

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