Aufklärung in Deutschland | Immanuel Kant



  • Titel: Aufklärung in Deutschland | Immanuel Kant
  • Autor: anonym
  • Beschreibung: Ein Referat über Immanuel Kant und die Aufklärung in Deutschland.
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1. Was ist eigentlich Aufklärung?



Die Aufklärung ist eine geistesgeschichtliche Epoche, die im 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreicht.

Die Aufklärung führt zum Vordringen der Naturwissenschaften, zur Selbstständigkeit des Denkens, zum Durchbruch des bürgerlichen Weltbildes und zur Toleranzidee.
Der aufgeklärte Mensch soll auf die Vernunft gestellt und von starren Glaubenssätzen unabhängig werden.
In der Aufklärung liegen die Wurzeln der Französischen Revolution (1789) und der liberalen Ideen des 19. Jahrhunderts.

Das Wort Aufklärung hat etwas mit Klarheit, mit Licht zu tun – im Dunkeln sieht man nichts (im Englischen heißt es enlightenment, im Französischen les lumierès, im Spanischen siglo de las luces etc.).
Die Aufklärung gilt als ein Jahrhundert, das sich auf dem Weg aus der Dunkelheit in das helle Licht der Vernunft befindet.

In Deutschland bürgert sich das Wort Aufklärung Mitte des 18. Jahrhunderts ein.

2. Wer ist Immanuel Kant?



Der Philosoph, Immanuel Kant, wird 1724 in der ostpreußischen Stadt Königsberg als Sohn eines Sattlermeisters geboren. Die Umgebung, in der er aufwächst, besteht aus streng gläubigem Luthertum und pietistischem Einschlag. Dennoch wird seine Distanz zur Kirche, besonders gegen Ende seines Lebens, immer größer.

1740 kommt er in die Universität seiner Vaterstadt und promoviert 1755 in Philosophie, befasst sich aber gleichzeitig schon mit den Prinzipien der Metaphysik.

Kant arbeitet als Hauslehrer und Privatdozent über 15 Jahre lang. Er verdient nur mühsam sein Brot.

Erst mit 45 Jahren erhält er in Königsberg eine ordentliche Professur für Logik und Metaphysik.

Die Universität Königsberg interessiert sich erst für Kant, nachdem zwei andere Universitäten sich um ihn bemüht hatten.

Kant verlässt die Stadt Königsberg nur selten, die Provinz Königsberg nie, und doch ist er der erste Professor, der in Deutschland über Geographie liest.

Kant beschäftigt sich mit Fragen über die Entstehung unserer Welt, schreibt über Vulkane und die Veränderung der Erdgestalt und treibt Forschungen über die Entwicklungsgeschichte der Pflanzen und Tiere.

Von größter Bedeutung für die deutsche Philosophie ist seine Auffassung, dass Verstand und Sinnlichkeit (Gefühl) gleichberechtigte Erkenntnisquellen sind und erst aus der Vereinigung beider wissenschaftliche Erkenntnis möglich wird.

Um das moralisch richtige Handeln zu bestimmen, entwickelt Kant eine Formel, die er kategorischer Imperativ nennt.

Kant wird rasch berühmt als 1781 seine Kritik der reinen Vernunft erscheint. Die Kant'sche Philosophie wird zur Mode.
1793 gibt es bereits über 200 Schriften zu seiner Philosophie.

Gleichzeitig gibt es großen Widerstand durch Friedrich Wilhelm II., der seine Religionsphilosophie beanstandet.
In Hessen werden öffentliche Vorträge über Kants Lehre verboten, in Heidelberg wird ein Professor abgesetzt, der seine Lehre liest.

Kants Idee setzt sich trotz allen Widerstandes durch.

Er stirbt am 12. Februar 1804 und hinterlässt ein Werk, das ihn zu einem der wichtigsten Denker seiner Zeit macht.

Mit ihm beginnt eine Erneuerung der Philosophie.

3. Kant und die Aufklärung



Aufklärung hat nach Immanuel Kant das Ziel, den Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit herauszuführen, ihn vom Aberglauben und von Vorurteilen zu befreien.

Kant erläutert diesen für das Jahrhundert der Aufklärung klassisch gewordenen Begriff der selbst verschuldeten Unmündigkeit wie folgt:
„Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache der selben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“
Kant geht davon aus, dass es für den Einzelnen fast unmöglich sei, sich aus der Unmündigkeit zu befreien.
Deshalb teilt er seine Gedanken der Öffentlichkeit mit. So erhofft er sich größere Chancen.

Er setzt den freien Gebrauch der eigenen Vernunft voraus, um Mündigkeit zu erlangen. Allerdings schränkt er die Freiheit in sofern ein, dass der Mensch bestimmten Pflichten nachkommen müsse, auch wenn sie seiner Vernunft widersprächen. So schreibt er: „Es würde sehr verderblich sein, wenn ein Offizier, dem von seinen Oberen etwas anbefohlen wird, im Dienste über die Zweckmäßigkeit oder Nützlichkeit dieses Befehls laut vernünfteln wollte; er muss gehorchen. Es kann ihm aber billiger maßen nicht verwehrt werden, als Gelehrter über die Fehler im Kriegsdienste Anmerkungen zu machen und diese seinem Publikum zur Beurteilung vorzulegen.“
Kant sieht den guten Willen als unerlässliche Bedingung für ein würdiges Handeln des Menschen. Dieser gute Wille kann in Kants Augen nicht der Befolgung irgendeines Gesetzes entspringen, sondern wie er selber sagt: „Ich soll niemals anders verfahren als so, dass ich auch wollen könne, meine Maxime solle ein allgemeines Gesetz werden.“
So kam Kant zur Formel des Kategorischen Imperativs: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“
Kant legt alle Hoffnung in aufklärerische Reformen und lehnt eine Revolution mit der Begründung ab, sie würde nur neue Vorurteile und nichts wirklich neues bringen.

„Wie man aber seine Philosophie schließlich auch bewerten mag, fest steht, dass mit Kant mindestens für die deutsche Philosophie eine neue Epoche anhebt. Sein
Ruhm stellt hier alles Bisherige in Schatten und überstrahlt alles Kommende. [...] Seine Philosophie ist reich an großen Gedanken. Seine Idee der Pflicht, seine Freiheitsidee, seine von tiefer Wahrheitsliebe getragene Kritik alles menschlichen Denkens überhaupt machten einen unvergänglichen Eindruck. Dazu war seine Philosophie umfassend, allseitig ausgebaut und wollte den 'sicheren Gang der Wissenschaft' gehen.“

4. Aufklärung in Deutschland – ein schwieriges Unternehmen


Im Vergleich zu England, Frankreich und Holland erscheint Deutschland noch Ende des 18. Jahrhunderts wirtschaftlich, politisch und kulturell wie ein unterentwickeltes Land.

Immer noch besteht die politische Konstruktion des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Bis zur Auflösung im Jahre 1806 bestehen ca. 2000 Herrschaftsbereiche.
Der Landesvater ist die höchste Instanz seines Territoriums und entscheidet souverän über seine Untertanen. Ein großer Teil der eingenommenen Gelder fließt neben Verwaltungsbürokratie und Heer in die aufwändige Hofhaltung des Fürstentums. Die breite Bevölkerung dagegen lebt in großer Armut. Es kommt zu zahlreichen Unruhen und Aufständen.

England, Frankreich und Holland erzielen große Einnahmen durch die überseeischen Kolonialreiche, diese Einnahmequellen fehlen in Deutschland.
Die Handlungsmöglichkeiten sind vom engen Rahmen des höfischen Absolutismus bestimmt.

Das Deutschland des 18. Jahrhunderts ist ausgesprochen ärmlich, bedrückt, fromm, verstaubt und idyllisch verträumt.
Dennoch findet ein zäher Kampf zwischen feudaler und bürgerlicher Welt statt. Man spricht von einer Leserevolution im 18. Jahrhundert. Gleichzeitig werden Diskussionsrunden eines aufgeklärten Publikums gegründet.
Die Waffe der Herrschenden ist die Zensur. Viele Veröffentlichungen werden beschlagnahmt. Auch die Autoren unterziehen sich einer Selbstzensur.

Was Aufklärung sei und was sie bewirke wird zum Hauptthema der öffentlichen Diskussion.

Im allgemeinen Bewusstsein erscheint Immanuel Kant als der große Aufklärer. Es gibt jedoch eine Fülle deutscher Autoren jener Zeit, die sich durch ihren gesunden Verstand und ihre Zivilcourage ebenfalls einen Namen machen.

5. Einige Einblicke in Kants Theorien



Die menschliche Würde steht für Kant an erster Stelle. Er verfolgt eine ideale Absicht, nämlich den Menschen als absoluten Wert. Der Mensch soll niemals als Mittel benutzt werden, d.h. irgendeinem fremden Zweck untergeordnet werden, er müsse immer Selbstzweck sein.
Nichts sei gut, weil es der Wille Gottes ist, sondern weil es gut ist, sei es Gottes Wille.
Kant wehrt sich gegen den Willkürgott. Es kommt Kant in seiner Lehre über die Autonomie auf die Würde des Menschen an. „Autonomie ist also der Grund der Würde, der menschlichen und jeder vernünftigen Natur.“
Nach Kant können nur so Freiheit und Sollen als Grundfaktoren der Sittlichkeit gerettet werden. Wenn der Mensch sich nicht selbst ein Gesetz gäbe, dann würde er zum Sklaven der Materie der sinnlichen Welt oder aber des Willkürwillens eines jenseitigen Gottes. Damit aber hätte der Mensch sich selber aufgegeben.
Aus diesen Erwägungen gibt es für das Grundgesetz der praktischen Vernunft eine zweite Formulierung Kants: „Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“
Kant will den Menschen retten. Der Mensch sei mehr, er gehöre noch einer anderen Welt an und erst dort erfahre er seine Erfüllung.
Ein bekanntes Zitat diesbezüglich ist: „Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.“ Mit diesem Zitat schließt Kant die Kritik der praktischen Vernunft ab.
Es ist Kant wichtig, den Menschen daran zu erinnern, dass er zwar Teil dieser Sinnenwelt ist, aber ein sehr kleiner und unbedeutender Teil gegenüber der Größe der materiellen Welt. Das moralische Gesetz in uns fange in unserem unsichtbaren Selbst an und erhebe unseren Wert, weil es ein von der ganzen Welt unabhängiges Leben offenbare.

Seine drei berühmten Postulate sind Unsterblichkeit, Freiheit und Gott.

Für Kant liegt das Ziel, die Erfüllung des richtigen Erkennens, im richtigen Handeln, in der praktischen Vernunft.
„Alles Interesse meiner Vernunft (das spekulative sowohl, als das praktische) vereinigt sich in folgenden drei Fragen:
1. Was kann ich wissen?
2. Was soll ich tun?
3. Was darf ich hoffen?“
Literaturverzeichnis:

Helferich, Christoph Geschichte der Philosophie dtv, 2. Auflage, Jan.91

Hirschberger, Johannes Geschichte Philosophie II Zweitausendeins, Dez.80

Höffe, Otfried Lesebuch zur Ethik Beck, 1998

Wickert, Ulrich Das Buch der Tugenden Hoffmann&Campe, '95

Der Jugend Brockhaus Brockhaus, 1985

Familienlexikon

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